Abbildung des Heiligen Augustinus in einem Fenster der Kirche Unserer Lieben Frau von Sablon in Brüssel
Abbildung des Heiligen Augustinus in einem Fenster der Kirche Unserer Lieben Frau von Sablon in Brüssel

23.08.2020 - 08:00

Wort des Bischofs Augustinus und Monika

Die Bekehrung des Augustinus ist vielen bekannt. Viel unscheinbarer ist aber die Umkehr der Heiligen Monika, seiner Mutter. Kardinal Woelki stellt sie uns heute vor.

Kennen Sie einen Menschen, der Ihnen große Sorgen bereitet? Alle guten Ratschläge fruchten nicht. Es geht in das eine Ohr rein und zum anderen wieder hinaus. Gerade in Zeiten von Corona kennen wir alle sicher jemanden, den wir gerne durchschütteln wollen, weil er fahrlässig handelt oder völlig beratungsresistent ist.

In der kommenden Woche feiern wir die Gedenktage des Heiligen Augustinus und seiner Mutter, der Heiligen Monika, die davon ein Lied zu singen weiß. Denn in seiner Jugend führt Augustinus ein ausschweifendes Leben, was seiner Mutter natürlich gar nicht gefällt. In schlechter Gesellschaft fängt er auch noch an zu spielen und zu klauen. Irgendwann schließt er sich einer Sekte an. Augustinus selbst beschreibt dies in seinen Bekenntnissen, in denen er seinen Lebensweg und seine Bekehrung schildert. Er zögert dabei nicht, die vielen Tränen und Gebete seiner Mutter zu erwähnen. Doch für Belehrung – dafür ist er nicht offen. Schließlich jagt sie ihn aus dem Haus und will keinen Kontakt mehr mit ihm.

Die Bekehrung des Augustinus ist vielen bekannt: Er meint, im Garten eine Kinderstimme zu hören, die sagt: „Nimm und lies!“ Er bezieht es auf sich und die Bibel. Das Lesen der Bibel ist dann der Anfang seines neuen Lebens. Sein Beispiel ist für viele zur Hoffnung geworden. Zur Hoffnung, dass man sich verirren kann und dennoch nicht alles verloren ist.

Viel unscheinbarer ist aber die Umkehr der Heiligen Monika, seiner Mutter. Denn vorher besinnt sie sich. Sie lässt ihren Sohn wieder bei sich wohnen, sie redet wieder mit ihm. Sie gibt ihn nicht auf. Sie hat Geduld, und sie hört nicht auf zu beten. Es ist sicherlich nicht leicht, mit jemandem Geduld zu haben, den man in sein Unheil rennen sieht. Nicht immer führt das zum gewünschten Ergebnis, aber es ist wichtig, dass wir Menschen nicht einfach aufgeben.

Ihr
Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

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