14.08.2012 - 12:38

Fragiler Frieden vor den Wahlen Sierra Leone

Am 17. November 2012 ist es so weit: Dann wählt Sierra Leone einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament. Ablauf und Ausgang der Stimmabgaben, so meinen Beobachter, werden Signalwirkung für ganz Westafrika haben. Die Vereinten Nationen führen Sierra Leone gerne als Erfolgsmodell für den Wiederaufbau nach einem Konflikt an. Tatsächlich ist in dem kleinen westafrikanischen Staat viel Positives passiert, seitdem 2002 der elfjährige Bürgerkrieg zu Ende gegangen war.

Und dennoch: Die Wunden des blutigen Konfliktes sitzen viel zu tief, um sie innerhalb eines einzigen Jahrzehnts komplett aufzuarbeiten. Tausende amputierter Menschen erinnern an die brutalen Verstümmelungen und Misshandlungen während des Krieges. Und Sierra Leone zählt auch zehn Jahre danach noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt, auf dem Index der Vereinten Nationen zur mensch­lichen Entwicklung steht es auf Platz 180 von 187. Über zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von einem US-Dollar pro Tag. Das Land hat weltweit die dritthöchste Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren. Außerdem sind etwa 70 Prozent der jungen Menschen in Sierra Leone arbeitslos oder unterbeschäftigt.

In domradio-weltweit berichtet Manfred Rink, Koordinator Ziviler Friedenskräfte, aus Freetown über Hoffnungen und Befürchtungen vor den Wahlen. Außerdem sprechen wir mit dem Kinderarzt Dr. Werner Strahl von Cap Anamur, der selbst schon mehrfach in Sierra Leone im Einsatz war.