10.10.2008 - 17:35

Ein Leben zwischen Diskriminierung und Mystifizierung Gypsy

"Europas beweglichste Bürger" hat Günter Grass sie einmal genannt – mit 12 Millionen Menschen sind sie größte Minderheit Europas: Das Volk der Sinti und Roma, der Gitanos und Travellers, der Kalderasch und Cingene, der Tzigans und Manoush und viele mehr. Unter verschiedenen Namen leben sie seit Jahrhunderten auf dem europäischen Kontinent.

Den "Fahrenden" schlug das Misstrauen der sesshaften Bevölkerung entgegen, für die "Zigeuner" kein honoriger Begriff war, auch wenn man sie als Musiker schätzte. In der Nazidiktatur sollten sie mit den Juden das Schicksal des Holocaust teilen. Das prägt das Bewusstsein der größten anerkannten Minderheit in Europa. Nach wie vor haben sie überall einen schweren Stand, sind verschiedensten Diskriminierungen ausgesetzt oder werden folkloristisch romantisiert. Besonders in Osteuropa leben sie am Rand von Stadt und Gesellschaft in regelrechten Ghettos, in denen die Arbeitslosigkeit um die 90 Prozent liegt. Warum sie zu den Verlierern der Europäischen Union zählen, wie sie in Deutschland leben, wieso die Bezeichnung "Zigeuner" so schwierig ist, und wie sich das Osteuropahilfswerk Renovabis für diese Menschen engagiert, das ist das Thema der Sendung.