Schützenpanzer der Bundeswehr
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Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt.
Ostermarsch: Ein Mann hat sich das Zeichen der Friedensbewegung an seinen Hut gepinnt.

03.05.2017 - 07:41

Christliche Ethik versus kriegerische Konflikte Die Mär vom gerechten Krieg

Ist es aus humanen und christlichen Gründen geboten, notfalls auch durch Krieg Völker von diktatorischen Regimen zu befreien?

"Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein"

- Ökumenischer Rat, 1948 -  

Inwieweit dürfen christlich geprägte Länder militärische Gewalt aus moralischen, aber auch aus Hegemonialinteressen heraus einsetzen und anderen Völkern ihre Gesetze, Werte und Glaubensvorstellungen oktroyieren? Angesichts der weltweit ansteigenden kriegerischen Auseinandersetzungen diskutieren Sozialethiker und Entwicklungshilfeexperten in letzter Zeit verstärkt über die Rolle der Kirchen, Frieden zu stiften. 

Tausende Menschen sind in diesem Jahr bei den bundesweiten Ostermärschen für Frieden wieder auf die Straße gegangen, mehr als in den Jahren zuvor. Die zentralen Themen: Krieg beenden und Waffenexporte einstellen. Die Menschen im Land spürten, dass die Kriegszustände durch die aktuellen Kriege und Bombardierungen in Syrien, Mali und Afghanistan, aber auch durch die Drohungen gegen den Iran und Nordkorea wüchsen. Gleichzeitig befürchteten sie, dass die herrschende Politik daran nichts ändern wolle, resümierten die Veranstalter. Sie sehen die Ostermärsche als ein "Signal für einen notwendigen Politikwechsel". Es bleibe die Aufgabe der Friedensbewegung, "die Alternativen zur derzeitigen Politik deutlich zu machen und dafür neue Mehrheiten zu gewinnen". Kritisiert wurden auch die Einsätze der Bundeswehr in zahlreichen Staaten. "Bis 2030 sollen 130 Milliarden Euro zusätzlich für Rüstung ausgegeben werden. Gleichzeitig fehlen überall Gelder für Bildung, Soziales und ökologischen Umbau."

Gesprächspartner im Studio: Stefanie Intveen, Deutsche Friedensgesellschaft - Verband der Kriegsdienstverweigerer; www.dfg-vk.de; www.friedenkoeln.de

Martin Singe, Diplomtheologe, Pax Christie, hauptamtlich beim Komitee für Grundrechte und Demokratie (www.grundrechtekomitee.de) tätig, Mitglied der Redaktion FriedensForum (Zeitschrift des Netzwerks Friedenskooperative; (www.friedenskooperative.de). 

 

 

Moderation: Peter Kolakowski