Lisa lässt sich vom Krebs nicht unterkriegen
Lisa lässt sich vom Krebs nicht unterkriegen

30.01.2016 - 12:00

Junge Menschen mit Krebs Und das Leben ist trotzdem schön

Sie stehen mitten im Leben und müssen jetzt schon darum kämpfen - junge Erwachsene mit Krebs. Lisa aus Köln ist eine davon. Mit Anfang 20 bekam sie die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Jetzt hat Sie zwei Aufgaben: ihr Leben zu meistern und ihre Lebensfreude nicht zu verlieren.

Was bisher geschah...

Es ist Februar 2014, als Lisa einen Knoten an ihrem Hals ertastet. Er ist zwar dick, aber Schmerzen hat Lisa nicht. Trotzdem geht sie sicherheitshalber zum Arzt. Was folgt, sind viele verschiedene Untersuchungen. Lisa wird von Arzt zu Arzt geschickt. Sie bekommt sogar eine Knochenmarkpunktion. Am 1. April 2014 wird Lisa dann in der Kölner Uni-Klinik operiert. Was dann folgt, ist eine Diagnose, die ihr Leben mit einem Schlag komplett umkrämpelt. Es ist ein Hodgkin Lyphom. Im Klartext: Lisa hat Lymphdrüsenkrebs!

Schon Ende April geht es dann mit der Chemotherapie los. Noch bevor sie ihre erste Dosis bekommt, werden Lisa Eizellen entnommen und eingefroren. Sicherheitshalber! Eine Prozedur, die bei vielen jungen Erwachsenen mit Krebs praktiziert wird, da während der Therapie die Geschlechtsorgane geschädigt werden können. Danach besteht Lisas Alltag aus Krankenhaus, Chemotherapie und Tabletten.

"Es war die schlimmste Zeit meines Lebens"

Die ersten beiden Therapien bekommt Lisa stationär: Drei Tage Chemo, zwei Wochen Pause. Dann wieder drei Tage Chemo und wieder zwei Wochen Pause. Je mehr Therapien sie bekommt, desto schlechter geht es ihr. Schon nach der ersten Therapie fallen ihr die Haare aus. Da sie es nicht ertragen kann, dabei zuzusehen, geht sie zum Friseur und lässt sich die Haare abrasieren. Statt einer langen, braunen Mähne trägt sie nun eine graue Mütze. "Die hat einfach zu allem gepasst", wird Lisa später mal sagen.

Neben dem Haarausfall sind aber vor allem die Schmerzen, die die Therapie beinah unerträglich machen. Es sind Schmerzen am ganzen Körper und extreme Hitzewallungen, die ihr schlaflose Nächte bereiten. Schlafen ohne Kühlakkus und Schmerztabletten ist zu dem Zeitpunkt nicht möglich! "Angst zu sterben hatte ich nie, aber es gab Momente, da wollte und konnte ich einfach nicht mehr" - das waren solche Momente.

Die letzten beiden Therapien bekommt Lisa ambulant. D.h. sie kommt nur für die Therapie ins Krankenhaus und darf danach wieder nach Hause. Aufgrund schlechter Blutwerte, muss Lisa drei Monate warten bis sie ihre letzte Therapie bekommen kann. Die größte Motivation in diesen Wochen war die Tatsache, dass es bald vorbei sein würde. Und das war es auch. Ende September bekommt Lisa ihre letzte Chemotherapie.

Es gab auch schöne Zeiten in der Krankheit

Obwohl Lisa sehr schwere Zeiten erlebt, verliert sie nie ihren Lebenswillen, will sich vom Krebs nicht unterkriegen lassen. Als Lisa die Diagnose bekommt, steckt sie gerade mitten in ihrer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Trotz Therapie bricht sie diese nicht ab, geht weiter arbeiten und kann die Ausbildung sogar erfolgreich abschließen.   

Sie nimmt an einem Schminkkurs der Deutschen Knochenmarkspenderdatei teil und bekommt dadruch die Chance am Dreamball 2014 in Berlin teilnehmen zu dürfen. Sie trifft Sylvie Meis, macht bei einem Tutorial-Dreh mit Boris Entrup mit und sie gewinnt sogar eine Reise in die USA. Eines der größten Highlight: Lisa wird eines der Gesichter der deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.

Jetzt, ein Jahr später ist Lisa Krebsfrei. Sie gehört jetzt zu den sogenannten "Surviver" und muss alle paar Monate zur Nachuntersuchung in die Uni-Klinik Köln. Sie steht mit beiden Beinen im Beruf. Ihre Haare wachsen wieder. Aber das Beste überhaupt ist, dass sie den Krebs besiegt hat - "Man weiß nie, was in der Zukunft noch passiert, deswegen lohnt es sich immer zu kämpfen. Auch wenn's schwer fällt".

 

Reporterin: Milena Furman
Moderation: Benedikt Kaiser

(Erstausstrahlung: 28.11.2015)