09.12.2011 - 13:21

Spekulatius Blockflöte des Todes

Es gibt ihn mit Schokolade, mit Teebeuteln, Fensterbildern, frommen Worten, oder man ist ganz kreativ und bastelt ihn einfach selbst und füllt ihn, womit auch immer man will. Der Adventskalender wurde dieses Jahr schon 10mal geöffnet. Im domradio bekommt Ihr auch jeden Tag ein Türchen - zum Hören natürlich, gefüllt mit Weihnachtsgeschichten und Legenden. In diesem Jahr gibt es aber auch einen musikalischen Adventskalender, auf den wir Euch gerne hinweisen wollen. Es gibt ihn kostenfrei im Internet zu hören, man kann ihn aber auch als CD kaufen, zum Verschenken zum Beispiel.

Interpret ist ein Mann, der sich "Blockflöte des Todes" nennt. In echt handelt es sich dabei um Matthias Schrei aus Berlin. Als Kind hat er tatsächlich mal Blockflöte gespielt, aber dieser Umstand ist ja noch kein besonderer. Besonders ist, dass danach noch Klavier, Klarinette, Gitarre, Querflöte, Trompete, Bass, Schlagzeug und Orgel folgten. Ein echtes musikalisches Talent also, das ihr vielleicht auch schon aus dem Fernsehen kennt. Bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest hat er im vergangenen Jahr teilgenommen.

Zusammen mit der Sängerin Diane Weigmann landete er eher weiter hinten im Feld, und schon damals dachten sich Zuschauer und Medien: Was ist das eigentlich für ein schräger Typ? Seine Art zu singen klingt fast etwas wehleidig und naiv, aber die Worte, die er singt, die haben es in sich. Bitterböse, frech, manchmal auch derb, aber meistens auch mit Message. 24 Mini-Songs hat er komponiert für seinen Adventskalender. Jeder Titel ist kaum länger als eine Minute und präsentiert eine kleine Pointe. Eines der ersten Türchen sprach zum Beispiel darüber, dass in Berlin jetzt zum Glück überall die Kerzen brennen, und nicht mehr die Autos. An einem anderen Tag wünscht er sich, wie Jesus, auch in 2.000 Jahren noch bekannt zu sein und beschließt daher, zum Anwalt zu gehen und ein "Neues Testament" aufzusetzen. Hören wir doch mal rein, auf wen er es hinter dem zehnten Türchen abgesehen hat. Hier ist die Blockflöte des Todes.

Autor: Daniel Hauser