21.07.2010 - 16:12

Oh happy day Edwin Hawkins Singers

An dieser Stelle präsentieren wir Euch in aller Regel Künstler aus der so genannten "christlichen Musikszene" – ein an sich recht merkwürdiger Begriff, weil es so etwas geben würde wie "christliche" und "unchristliche Musik". Aber in der Tat war die Musik in unserem Kulturkreis jahrhundertelang an die Kirche gebunden, eh man auf die Idee kam, auch "weltliche Musik" zu machen, insofern ist es heute, wo jeder eine Band gründen kann, schon wieder besonders, wenn man sich für solch eine entscheidet, die etwas mit seinem Glauben zu tun hat.

Allerdings sind die Töne, die gläubige und ungläubige Musiker benutzen, ja weitestgehend die gleichen, insofern gibt es kaum "christliche" und "unchristliche Musik", höchstens christliche und unchristliche Songtexte. Mit einer Ausnahme: Ein populärer Musikstil ist nicht nur textlich, sondern auch musikalisch quasi exklusiv christlich: Der Gospel. Schon das Wort Gospel heißt ja "Evangelium", also kann es in der Musik um nichts anderes gehen, als genau das zu verkünden. Und ein ganz Großer dieses Genres ist diese Woche gestorben: Walter Hawkins. Er war es, der das Original des Mega-Hits "Oh happy day" gesungen hatte, zusammen mit seinem Bruder und den Edwin Hawkins Singers. Eigentlich wollte sich dieser kleine Jugendchor mit der Aufnahme ein paar Dollar verdienen für eine Fahrt von Kalifornien nach Washington. Wahrscheinlich hätten sie danach eine Welt-Tournee machen können, so viele Platten wurden verkauft von diesem Song, der auf einen alten Hymnus aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht, angelehnt an einen Vers aus der Apostelgeschichte. Unglaubliche Ekstase gepaart mit großer musikalischer Sensibilität. Wir hören das Original: "Oh happy day" von den Edwin Hawkins Singers aus dem Jahr 1969.Autor: Daniel Hauser