29.04.2009 - 15:41

Gerechtigkeit Jochen Rieger

In einer Diskussion im Sternzeitforum hat Gereon mal gesagt, dass er es gar nicht so schlecht oder sogar wichtig findet, wenn die Musik im Gottesdienst anders klingt, als das, was einen im Alltag umgibt, denn schließlich sei der Sonntag ja auch ein "Feiertag", und da würde es ja Sinn machen, wenn sich auch die Musik abhebt und eben nicht "alltäglich" ist. Diese Ansicht passt ganz gut zu unserer heutigen CD. Bei der geht es nämlich so ziemlich um die schrägsten Aussagen des Christentums: Schon das Osterfest kürzlich ist einem Unbetroffenen ja schwer zu vermitteln: Gott lässt seinen eigenen Sohn Mensch werden, um ihn anschließend am Kreuz sterben zu lassen, um sich dadurch auf ewig mit den Menschen zu versöhnen. Das muss man erstmal verdauen.

Nicht so grausam, aber dennoch befremdlich war so einiges, das Jesus in seiner Zeit als Wanderprediger verkündet hat. Da wäre zum Beispiel der Anfang der Bergpredigt, wo er ganz viele Menschen für "selig" erklärt, von denen man vorher gesagt hätte: "Denen geht es doch schlecht, was soll an deren Zustand erstrebenswert sein?", also Arme, Hungernde, Weinende und Verhasste - mit denen möchte man nicht tauschen, aber Jesus hat genau das Gegenteil gepredigt und gesagt "Ihr seid selig". Eine Botschaft, über die man erstmal nachdenken muss, und dabei hilft vielleicht die neue CD vom Produzenten Jochen Rieger. Er hat die Seligpreisungen genommen und zu jeder einzelnen einen Song komponiert, sich neue Texte schreiben lassen und die mit Elke Reichert, Eberhard Rink, Sarah Kaiser und vielen Bekannten aus der Szene eingesungen. "Selig sind, die nach Gerechtigkeit hungert und dürstet; denn sie sollen satt werden", dieser Vers klingt jetzt so.  Autor: Daniel Hauser