28.01.2018 - 20:00

Wenn aus Herkules Jesus wird Eine geistliche Parodie

Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung verwendete Johann Sebastian Bach seine Komposition häufig mehrmals. So wurde aus einer weltlichen Huldigungskantate ein Teil des berühmten Weihnachtsoratoriums. In Musica erklingt das „heidnische“ Original.

Ja ist denn heut scho‘ wieder Weihnachten – das kann man sich durchaus fragen, wenn man die weltliche Kantate hört. Die Musik ist uns vor allem als Teil des Weihnachtsoratoriums bekannt. Doch das Original ist diese Kantate. Auch wenn der Inhalt alles andere als weihnachtlich oder auch nur christlich ist – ganz im Gegenteil.

"Lasst uns sorgen, lasst uns wachen, Herkules am Scheideweg", so heißt das 1733 in Leipzig uraufgeführte Werk. Mit 45 Minuten erreicht die Kantate die Länge eines Opernaktes.

Das Thema ist die Entscheidung des Herkules, den Weg der Tugend oder den Weg der Wollust zu gehen. Tugend und Wollust werben in der Kantate gleichermaßen um den griechischen Helden, der sich aber am Ende gegen das Böse und für den Pfad der höheren Weihen entscheidet.

Anlass für die Entstehung der Komposition war der Geburtstag des sächsischen Kurprinzen Friedrich Christian. Ein Jahr später verwendete Bach die Komposition erneut und fügte sie in das berühmte Weihnachtsoratorium ein. Dadurch ist die Musik der Herkules-Kantate sehr bekannt, aber sie wurde zuerst für die weltlichen Kantate verwand, ehe Bach sie mit einem neuen Text versah und fast komplett in den vierten Teil  des Weihnachtsoratoriums einarbeitete.

Weiteres Programm:

Johannes Brahms: 1. Satz Sinfonie Nr. 2 in der neuen Einspielung von Jukka-Pekka Saraste

Moderation: Mathias Peter