22.02.2011 - 17:45

Beethovens "Hammerklaviersonate" in "Musica" "Athletisches Stück"

Diese Sonate war so schwer, dass sie lange Zeit als unspielbar galt. Erst Franz Liszt konnte sie bewältigen, aber es dauerte bis zum Ende des 19. Jahrhundert, bis sie von den Klaviervirtuosen in größerer Zahl gespielt wurde. Und sie ist auch heute noch eine große Herausforderung für jeden Pianisten. Der vielumjubelte chinesische Tastenvirtuose Lang Lang beispielsweise hat dieses Werk noch nicht öffentlich gespielt – und selbst der Großmeister der lebenden Pianisten, Alfred Brendel, verzichtete in den vergangenen Jahren darauf, dieses Werk zu spielen. Er hat es als "athletische Komposition" bezeichnet, die er lang genug dargeboten habe. Eine durchschnittliche Aufführung dauert über 40 Minuten und ist von daher schon eine Herausforderung.

Beethoven verfasste die Sonate Nr. 29 B-Dur op. 106  - wie sie offiziell heißt - im Jahr 1818 und widmete sie dem Erzherzog Rudolf. Das viersätzige Werk wird Hammerklaviersonate genannt, um deutlich zu machen, dass sie nicht auf dem Cembalo zu spielen sei, sondern auf dem modernen und klanglich differenzierteren Hammerklavier.