Sr. Katharina Hartleib OSF
Sr. Katharina Hartleib OSF

05.06.2019 - 14:26

Osterimpuls von Schwester Katharina Von Gott rufen lassen

Am heutigen Gedenktag des Heiligen Bonifatius spricht Schwester Katharina über den "Apostel der Deutschen". Er hat mehrere deutsche Bistümer gegründet und sich von Gott immer wieder neu rufen lassen.

Ich bin Franziskanerin in Olpe und lade Sie herzlich ein, jetzt mit mir zu beten. Den Mann, den die Kirche heute feiert, hat es ziemlich weit durch Europa getrieben, hat es aus seiner Erstberufung als Mönch herausgerufen, und die Leitung der Klosterschule aufzugeben: von England nach Friesland zu gehen, um dort das Evangelium zu verkünden, vom Papst zum Bischof geweiht zu werden und somit ganz offiziell zur Germanenmission beauftragt zu werden, Erzbischof und päpstlicher Legat für Germanien zu werden. Er predigt mit großem Erfolg in Hessen und Thüringen, gründet sechs große Klöster und macht sich dann ans Werk, die Kirche zu ordnen und die Bistümer Salzburg, Regensburg, Passau, Würzburg und Erfurt zu gründen. Er wird Bischof in Mainz und ist sich nicht zu schade, nochmals eine Missionsreise zu unternehmen, bei der er am 5. Juni 754 den Märtyrertod erleidet.

Bonifatius Winfried wird deshalb "Apostel der Deutschen" genannt und an seinem Grab in Fulda treffen sich in jedem Jahr die deutschen Bischöfe zu ihrer Herbstkonferenz. Wie passt das alles in ein einziges Leben? Das denken Sie vielleicht auch. Bonifatius, sagt man, war kein bedeutender Theologe, aber er hatte missionarischen Eifer und eine sehr seltene Begabung für Organisation und Administration. Und er ist nicht sitzen geblieben auf seiner ersten Berufung, sondern hat sich von Gott immer neu herausrufen lassen mit immer neuen Aufgaben. Vielleicht ist es das: Er hat die Begabungen, die er von Gott geschenkt bekommen hat, geschult, entwickelt und immer neu eingesetzt. Was sind denn so Ihre Begabungen, die Sie heute einsetzen können, damit Gott heute hier bei uns verkündet wird? Welche Fähigkeiten, die Sie als Gabe bekommen haben, haben Sie noch gar nicht richtig wahrgenommen? Das ist eine Überlegung wert heute - am Tag des Heiligen Bonifatius, des "Apostels der Deutschen".

(DR)