Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt

02.06.2019 - 06:00

Osterimpuls von Schwester Katharina Eine Feier wert

Kirchweih - ein Fest rund um die Kirche. Schwester Katharina erlebt es gerade beim Besuch in ihrer alten Heimat. Im Morgengebet erzählt sie von dieser besonderen Feier.

Ich bin Franziskanerin in Olpe und lade Sie herzlich ein, dass wir jetzt zusammen beten. Dieser siebte Ostersonntag, der Sonntag nach Christi Himmelfahrt, hat für das Morgengebet einen wunderschönen Hymnus. Ich bete ihn für und mit Ihnen vor:

"Du höchster Herr der Ewigkeit, 
du Retter der verlorenen Welt, 
durch den der Tod vernichtet ist, 
das Leben siegreich triumphiert. 

Zum Thron des Vaters steigst du auf 
und nimmst zu seiner Rechten Platz; 
der dich erhöht in Herrlichkeit, 
er setzt dich ein in seine Macht. 

In Ehrfurcht beugen sich vor dir 
der Himmel und das Erdenrund 
und selbst die Unterwelt bekennt: 
Du bist der Herr der ganzen Welt. 

Die Engel nehmen staunend wahr, 
wie sich des Menschen Los gewandt: 
Was Menschen fehlten, sühnt ein Mensch 
und herrscht auf ewig: Mensch und Gott. 

Dir, Herr, sei Ruhm und Herrlichkeit, 
dem Sieger, der zur Höhe fährt, 
dem Vater und dem Geist zugleich 
durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen."

Ich bin für zwei Tage mal wieder zuhause in meinem Heimatdorf in Thüringen. Relativ kurz entschlossen bin ich hierher gefahren und erst vorgestern habe ich erfahren, dass heute hier Kirchweih gefeiert wird. Unsere Kirche Sankt Matthäus wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt, 1755 kam das Kirchenschiff dazu. Die heutige Kirche wurde 1919 anstelle der älteren neu gebaut. Nur der Turm ist immer geblieben. Und rund um die Kirche ist also das Fest. Das Festhochamt, Prozession durchs Dorf, Frühschoppen und Kinderbelustigung, gutes Essen und köstlicher Kuchen, viele Vergnügungen auf dem Festplatz und Musik und Tanz schon seit Freitag und noch bis morgen.

Ich bin mir nicht so sicher, ob alle, die aus den Dörfern ringsum zur Kirmes kommen, noch sonst in einen Gottesdienst gehen. Aber die Menschen in diesem kleinen Dorf feiern, dass über viele Jahrhunderte ihre Vorfahren gebetet und gesungen, gefeiert und verkündet haben, dass dieser Jesus für sie gelebt und gestorben und auferstanden ist und immer noch unter ihnen lebt und verkündet wird. Und das ist es echt wert gefeiert zu werden – mit all dem was dazugehört.

(DR)