Gott hat mit dem Menschen einen Bund geschaffen
Gott hat mit dem Menschen einen Bund geschaffen

15.05.2019 - 06:00

Osterimpuls von Schwester Katharina In allem Schönen und Schwierigen

Schwester Katharina erzählt von den Tief- und Höhepunkten "ihrer" Mädchen. Es tröstet sie, dass es einen Gott gibt, "der in allem Schönen und in allem Schwierigen an unserer Seite ist und immer mit uns geht."

Zu unseren Treffen mit den Mädchen, die einmal im Monat zu uns kommen, gibt es feste Rituale. Eins davon ist, dass wir immer eine Runde machen mit der Frage: Was war denn so seit unserem letzten Treffen Besonderes? Was hat mich beschäftigt? Was war schön oder eher schwierig?

Ein Mädchen hat erzählt, dass sie in den Osterferien auf Kreta waren und man sah das Strahlen in ihren Augen, als sie von Sonne und Meer und Wärme geschwärmt hat. Ein anderes Mädchen war mit ihren Eltern in Rumänien. Ihre große Schwester ist dort als Missionarin auf Zeit in einem sozialen Brennpunkt und ist dort sehr glücklich, kann nach acht Monaten schon fast perfekt Rumänisch und hat ihre ganze Familie mit ihrer Begeisterung angesteckt. Eine dritte war mit ihren knapp 15 Jahren allein zwei Wochen auf Sprachferien in Irland, bei einer Gastmutter, und ist sich ziemlich sicher dass es mit ihrem Englisch jetzt entschieden besser geworden ist.

Wir haben uns kurz darüber unterhalten, dass dieses Europa, so ohne Grenzen und Barrieren, einer der ganz tollen Erfindungen unserer Zeit ist und die jungen Mädchen das ja gar nicht mehr anders kennen. Ein anderes Mädchen, die eigentlich immer sehr mobil und fit und wortreich ist war dagegen sehr besorgt. "Meine Oma macht mir Kummer", erzählt sie. "Seit einer Operation im Sommer ist sie so anders geworden. Sie vergisst so viel und erzählt mir manchmal dreimal das Gleiche und weiß nicht mehr was gestern war. Ich weiß dass es das gibt, aber wenn es die eigene Oma ist, dann ist es schlimm".

Diese Erfahrung teilen viele Menschen. Wenn es die eigenen Angehörigen betrifft, die älter und schwächer, kränker und hilfsbedürftiger werden, dann tut es weh und fordert noch einmal ganz andere Kräfte und Fähigkeiten. Meine Mutter, die im Altenheim lebt, pflegt dann immer zu sagen: "Wenn ich meinen Herrgott nicht hätte, könnte ich das alles gar nicht aushalten!" Das Wissen um diesen Gott, der in allen Höhen und Tiefen, in allem Schönen und in allem Schwierigen an unserer Seite ist und immer mit uns geht, lässt uns auch gut und hoffnungsvoll jetzt in diesen neuen Tag gehen.

(DR)