Freitag, der 13.
Freitag, der 13.

13.03.2020 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Freitag, der 13.

Es ist Freitag, der 13. Für viele ist das ein Unglücksdatum. Schwester Katharina aber denkt bei dem Datum an ein Lied von Reinhard Mey. Auch im Blick die derzeitige Coronavirus-Krise bleibt sie gelassen – und ruft zum vertrauensvollen Gebet auf.

Heute ist Freitag. Nein, kein normaler Freitag. Es ist Freitag, der 13. Aus unserer abergläubischen jüngeren Vergangenheit, und für viele immer noch Gegenwart, ist Freitag, der 13., ein Unglücksdatum. Aber die Älteren unter uns erinnern sich immer noch mit Vergnügen an diesen schönen Song von Reinhard Mey "Ankomme, Freitag, den 13. um 14 Uhr, Christine". In dem rasant immer schneller werdenden Lied kündigt sich die Freundin an. Für Freitag, den 13. Und für ihn, den Empfänger des Telegrams, geht die Jagd los. Es fällt ihm alles ein, was er noch machen muss: Aufräumen, Tischtuch wechseln, Brille suchen, Schlüssel nicht gefunden, einkaufen, das meiste vergessen, kochen wollen und es nicht können, einen Kuchen backen wollen und noch mal Zutaten kaufen müssen, den ebenso nervösen Dackel immer mitnehmen, der dann zu allem Übel vor Aufregung einen Polizisten beißt, womit sein Herrchen aufs Revier muss. Und da trifft ihn fast der Schlag: Es ist erst der Zwölfte und Donnerstag.

Gar nicht wenig erinnert mich dieses Lied an unsere derzeitige Lage im Umgang mit dem Coronavirus. Aus Angst und Unklarheit, aus angeheizter Stimmungsmache und Fake News wird Panik und Panikkäufe und gestürmte Arztpraxen und Vermummte, die gar nicht krank sind und dann auch noch aus den Krankenhäusern die Desinfektionsmittel klauen, die sie überhaupt nicht brauchen. Heute ist zwar der 13. und auch ein Freitag, aber ruhig Blut. Bleiben wir doch gelassen. Achten wir auf die Anweisungen zur noch besseren Hygiene und achten wir mehr auf unsere älteren und vorerkrankten Familienmitglieder. Unsere jüngste Mitschwester hat sehr einfach erklärt, warum wir in Deutschland nicht so hohe Infektionen haben. Sie meinte: "Wir haben hier nicht so eine Kuschel-Kultur, wie in anderen Ländern. Mit Küsschen rechts und links und Umarmungen zu jeder Zeit." Ich habe schon herzhaft gelacht, aber sie hat sicher recht.

Und – vielleicht ein Tipp, den Christen zu allen Krisenzeiten beachtet haben: Tun wir alles Menschenmögliche und alles, was in unserer Macht liegt – und beten wir dann vertrauensvoll zu Gott, dem wirklichen Herrn über Leben und Tod, um Bewahrung und Rettung.

(DR)