"Zweifele weniger, lächele mehr"

11.03.2020 - 06:30

Morgenimpuls von Schwester Katharina "Zweifele weniger, lächele mehr"

Kann man Zweifel einfach weglächeln? Schwester Katharina hat die Erfahrung gemacht: Man kann auch durch alle Zweifel hindurch immer wieder die Nähe Gottes erfahren – und sich so doch freuen darüber.

In den sieben Schritten zum Glücklichsein heißt es im zweiten Schritt: Zweifele weniger, lächele mehr. Das klingt mir doch ein bisschen sehr einfach. Ich kann doch Zweifel nicht weglächeln, oder? In der Lesung heute aus dem Buch Deuteronomium heißt es: "Daran sollst du erkennen, Jahwe, dein Gott ist der Gott. Er ist der treue Gott. Noch nach tausend Generationen achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die ihn lieben und auf seine Gebote achten."

Kann ich glauben, dass dieser Gott, von dem ich so wenig erfahre, von dem ich nur über Jesus Christus ziemlich viel weiß, seinen Bund, den er vor Jahrtausenden mit den Menschen geschlossen hat, heute noch einhält und sich denen zuwendet, die ihn lieben? Ich weiß es nicht. Aber bei vielen meiner sehr alten Mitschwestern habe ich genau diesen Eindruck.

Bei aller Hinfälligkeit, bei aller Schwierigkeit mit den Problemen des Alters umzugehen, bleibt doch felsenfest die Gewissheit, dass Gott ihren Weg geleitet hat und sie auch weiterhin leitet. "Es ist nicht so, dass ich keine Zweifel hätte", sagte noch kürzlich eine sehr betagte Schwester zu mir. "Aber über alle Zweifel an Gott habe ich immer wieder seine Nähe, seine Sorge, seine Hilfe erfahren – durch liebende Mitmenschen und innere Erfahrungen, die man immer wieder macht. Und mir fällt immer wieder auf, dass sehr viele sehr alte Schwestern, sehr alte Mitmenschen ein freundlich lächelndes Gesicht haben in der Gewissheit: Mein ganzes Leben und auch mein mühsames Alter ist in Gott geborgen."

Ein bisschen weniger Zweifeln und ein bisschen mehr Lächeln ist ein guter Tipp für heute. Und außerdem: Lächeln macht schön.

(DR)