Mutter Maria Theresia Bonzel gründet Orden und hilft Armen
Mutter Maria Theresia Bonzel gründet Orden und hilft Armen

06.02.2020 - 06:18

Morgenimpuls von Schwester Katharina Mutter Maria Theresia Bonzel - "Mit Gottes Hilfe"

Sie hatte einen offenen Blick für die Not der Menschen: Mutter Maria Theresia Bonzel gründete mit drei anderen Frauen 1859 einen Orden - ein Ausdruck ihrer tiefen Verbundenheit mit Gott. Am Donnerstag gedenkt die Katholische Kirche ihres Todestages. 

Zwei Freundinnen wachsen in behütetem Umfeld auf. Die Eltern sind vermögend, die kleine Stadt mittelständisch und gut situiert. Die Kirche war gleich neben dem Elternhaus. Die Seelsorge war geordnet, und das kirchliche Leben ging seinen ruhigen Gang durch das Kirchenjahr.

Aber eine der beiden, Aline, lässt sich davon nicht täuschen. Jahrelang hat ihr tief frommer Onkel Arnold sie nicht nur mit zu jedem Gottesdienst genommen, sondern auch mit zu den versteckt und verschämt armen Leuten der Stadt genommen. Ihnen hat er die notwendigen Lebensmittel gebracht und manche Rechnung bezahlt hat. Trotz vieler, dann total verschwurbelter Wege und Hindernisse gründet sie mit ihrer Freundin und noch einer dritten Frau eine Ordensgemeinschaft. Sie wollten Gott in den Armen und hier dann besonders den Kindern dienen.

Das erleben wir eigentlich ganz oft. Da sind Omas oder Großväter, Onkel oder Tanten, die jungen Leuten ganz beharrlich ihre guten Werte, Themen und Überzeugungen mitgeben. So wie dieser Onkel Arnold das gemacht hat, haben sie sie so scheinbar nebenbei ins Leben, in den Glauben, ins tatkräftige Christsein eingeführt.

Mir ging das so ähnlich. Bei meiner Tante Berta habe ich das tägliche Beten gelernt. Bei meiner Oma Katharina die Überzeugung, dass nicht nur Reden, sondern tun wichtig ist, und bei meiner Tante Elisabeth, dass Gott auch nach zerbrochenen Beziehungen an unserer Seite bleibt.

Aline Bonzel hat deshalb auch keine soziale Organisation oder eine Partei gegründet, sondern eine Ordensgemeinschaft. Sie hat sich in den 1850ern für diesen Weg entschieden. Sie wollte vor Gott und für die Menschen da sein, weil sie wusste, dass die eigenen Kräfte und Fähigkeiten nie ausreichen würden, sie aber – mit Gottes Hilfe – all das schaffen kann. Daran denken wir am Donnerstag, ihrem Todestag. 

(DR)