Statue der Gottesmutter Maria
Statue der Gottesmutter Maria

15.09.2021 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Fest der sieben Schmerzen Mariens

An diesem Mittwoch feiert die katholische Kirche das Fest der sieben Schmerzen Mariens. Schwester Katharina kann verstehen, warum viele Menschen auch heutzutage noch bei Maria Zuflucht finden.

Schon 1423 wird auf einer Kölner Synode ein Fest der sieben Schmerzen Mariens empfohlen, das 1688 eingeführt und 1727 durch Benedikt VIII. für die ganze Kirche vorgeschrieben wird. Mit den sieben Schmerzen der Gottesmutter sind biblisch erwähnt die Weissagung Simeons bei der Darstellung Jesu im Tempel.

Jesus werde viel widersprochen, aber auch seiner Mutter werde ein Schwert durch die Seele dringen. Dann die Flucht vor dem Kindermörder Herodes nach Ägypten, der Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel zu Jerusalem und die drei Tage dauernde Suche nach ihm, die Begegnung mit ihrem Sohn auf dem Kreuzweg, dargestellt in der vierten Station, das Aushalten unter dem Kreuz Jesu, die Kreuzabnahme Jesu bedacht in der 13. Station des Kreuzwegs und in der Kunst dargestellt als Pieta. Die Grablegung Jesu erinnerte in der 14. Station des Kreuzwegs.

Und wenn ich dann diese sieben Schmerzen anschaue, dann ist mir so klar, warum so unendlich viele Menschen im Lauf der Geschichte genau zu Maria ihre Zuflucht genommen haben, weil sie gespürt haben: Diese Frau hat so viel Schmerz und Leid erlebt und durchgehalten. Zu ihr können wir beten und bitten. Sie wird uns verstehen und sie kann bei ihrem Sohn ein gutes Wort für uns einlegen.

Dieses Bild der Pieta, der Mutter, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hat und in ihren Gesichtszügen alles Leid der Welt zu haben scheint, wird zum Sinnbild für alles Leid der Mütter, auch heute noch. Mütter, die mit ihren Kindern auf die Flucht gehen müssen, Mütter, die auf der Suche sind nach ihren entführten oder verschwundenen Kindern, Mütter, die ihre kranken und süchtigen Kinder begleiten und oft nicht helfen können, Mütter, die viele Kreuzwege ihrer Kinder mitgehen in Krankheit oder schweren Lebensproblemen.

Die bei ihnen bleiben bis zum Tod und selbst an den Gräbern die Hoffnung nicht aufgeben, dass das Leben nicht im Grab endet, sondern in der Herrlichkeit des Mensch gewordenen Gottes.

(DR)