Katakomben in Rom
Katakomben in Rom

14.10.2020 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Vom Sklaven zum Papst: Von der barmherzigen Botschaft von Papst Callistus

Heute ist der Gedenktag des Heiligen Callistus. Schwester Katharina erinnert sich an die Besichtigung der Katakomben in Rom und erzählt die Lebensgeschichte dieses Mannes, der vom Sklaven zum Papst wurde.

Im letzten Jahr in Rom war ich erstmals in einer Katakombe und konnte so einen Einblick und ein Gespür dafür bekommen, wo sich die verfolgten Christen zum Beten und zur Mahlfeier getroffen haben. Und auch, wo sie bestattet worden sind.

Heute denken wir mit der Kirche an einen Mann, nach dem eine der Katakomben benannt worden ist: Callistus. Als Sklave im vierten Jahrhundert geboren, musste er auch selbst als Sklave leben und unter härtesten Bedingungen in einem Bergwerk schuften. Viele seiner Mitgefangenen sind an diesem Los zerbrochen. Er aber nicht. Man sagt, er sei durch dieses harte Los zu der Güte gekommen, die ihn später so ausgezeichnet hat.

Nach seiner Begnadigung ist er zurückgekommen nach Rom und ist zum Diakon geweiht worden, wurde mit einer Aufgabe betraut, sich um die Katakomben, die Versammlungs- und Begräbnisstätten der Christen zu kümmern. Nach dem Tod des Papstes wurde Callistus zu seinem Nachfolger gewählt. Vom Tellerwäscher zum Millionär würde man heute denken. Vom Sklaven zum Papst ist eine ziemlich göttliche Geschichte.

Zu der Zeit, als Callistus dann Papst war, konnte sich das Christentum ziemlich frei entfalten. Dafür jedoch hat er es mit einer gefährlichen Irrlehre zu tun. Überstrenge Christen verlangten in unbarmherziger Weise, dass viele, die gegen die Gebote verstoßen hatten, für immer aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgestoßen bleiben sollten. Sie hatten offenbar keine Ahnung vom eigentlichen Wesen des Christentums, das doch die Liebe ist. Es war eine unchristliche Härte und in dieser Strenge lag natürlich auch ein ziemlich großer Hochmut.

Dagegen ist Papst Callistus aufgetreten. Er hat kraft seiner Vollmacht bestimmt, erklärt, angeordnet und befohlen, dass alle Sünder, ohne Ausnahme, wenn sie ihre Sünden bereuen, bekennen und büßen, in den Frieden Christi und der Kirche wieder aufgenommen werden sollen. Nicht die Kirche erlöst die Menschen, sondern Jesus Christus ist der Erlöser. Das dürfen wir nicht vergessen.

(DR)