Lamya Kaddor
Lamya Kaddor

12.08.2014 - 10:00

„Muslimisch – weiblich – deutsch“ Lamya Kaddor

Dass es höchste Zeit ist, dem Islam ein zeitgemäßes Gesicht zu geben, davon ist Lamya Kaddor überzeugt. Deshalb gibt sie an Schulen islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und an Universitäten Seminare zu Themen wie „Bibel und Koran“ oder „Muslime in Deutschland“.

Moderate  Moslems, findet die Tochter syrischer Einwanderer, melden sich in Deutschland viel zu wenig zu Wort - und werden viel zu wenig gehört. Um dieser „schweigenden Mehrheit“ eine Stimme und ein Forum zu geben, hat sie den Liberal-Islamischen Bund e.v. mitgegründet, dem sie heute vorsitzt. Der interreligiöse Dialog liegt ihr am Herzen, zuletzt hat sie gemeinsam mit Michael Rubinstein von der Jüdischen Gemeinde Duisburg das Buch veröffentlicht “So fremd und doch so nah - Juden und Muslime in Deutschland“, ihre Tochter schickt sie in einen jüdischen Kindergarten. „Die einen halten mich für eine Schläferin, die in Wirklichkeit Leute zum Islam bekehren will, für die anderen bin ich keine echte Muslima“, sagt Lamya Kaddor. Wo sie in ihren eigenen Augen steht, davon erzählt sie in domradio Menschen. Sie berichtet von ihrer zweisprachigen Kindheit in Westfalen, von ihren Erfahrungen als Pionierin der islamischen Religionspädagogik und von ihrer Sorge um die Verwandten im kriegsgebeutelten Syrien.

Moderation: Hilde Regeniter