20.01.2012 - 19:11

Kölns mutigster Karnevalist Karl Küpper

In der Nazizeit saß er mit ausgestrecktem Arm, die Hand wie zum Hitlergruß erhoben auf der Bütt – und fragte ""Eß et am rähne?" (Regnet es?). Karl Küpper war der einzige Kölner Büttenredner, der soviel Mut bewies. Immer wieder versteckte er in seinen Pointen Kritik an den Nazis – bis er im Januar 1939 ein Redeverbot bekam. Später musste Karl Küpper sich jeden Tag bei der Gestapo melden – seine Frau hatte bei jedem Abschied Angst, ob sie ihn abends wieder sehen würde.

Karl Küpper wusste, dass ihm das KZ drohte - und ging freiwillig zur Wehrmacht. Er und seine kleine, junge Familie überlebten den Krieg - aber die ganz große Enttäuschung sollte da noch auf ihn warten: Statt in der Nachkriegszeit wieder auf den großen Karnevalsbühnen zu stehen, wollten die Karnevalisten ausgerechnet Karl Küpper nicht. Dabei war er noch 1938 als bester Karnevalist Deutschlands ausgezeichnet worden! Noch 1952 verbot der Bürgerausschuss Kölner Karneval unter Leitung von Thomas Liessem, später Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, den Mitgliedsgesellschaften, Küpper mit seiner Rede zu engagieren.

In der Woche des 27. Januars, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird in der Sendung Menschen Gerhard A. Küpper an seinen Vater, Karl Küpper erinnern.

Buchhinweis

Fritz Bilz: "Unangepasst und widerborstig - Der Kölner Karnevalist Karl Küpper" - Verlag "Edition Kalk" der Buchhandlung Winfried Ohlert,  zahlreiche Fotos, 200 Seiten, gebunden, 19,95 Euro--