Das letzte Abendmahl
Das letzte Abendmahl
Msgr. Gerhard Dane
Msgr. Gerhard Dane

28.03.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Gründonnerstag, 28. März 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Johannes 13, 1-15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wußte, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten udn auszuliefern. Jesus, der wußte, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goß er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wußte nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer,

am Gründonnerstagabend bei der Abendmahlsmesse kann man immer wieder das Staunen spüren, das da vom Abendmahl im Evangelium kaum die Rede ist. Der Anlass ja, der Termin aber dann geschieht etwas ganz anderes - Fusswaschung ist angesagt und wird in vielen Kirchen auch in einem ergreifenden Spiel ernsthaft vorgezeigt. Der Priester zieht das Messgewand aus, der Bischof, der Papst, und kniet sich vor die Mitmenschen um diesen niedrigen Dienst zu vollziehen. Abendmahl und Fusswaschung, das hängt also zutiefst zusammen. So sehr, dass es austauschbar ist. Beides bringt Kommunion, wir haben es gerade wieder gehört. Gemeinschaft - wenn ich dich nicht wasche, wenn du mir diesen Dienst  nicht erlaubst du Petrus, wenn du zu stolz bist um diesen Dienst anzunehmen Simon, hast du keine Gemeinschaft mit mir, Kommunion. Kommunion durch den Genuss von Brot und Wein, Kommunion durch den Dienst aneinander. Papst Benedikt der XVI. schrieb in seinem Wort zur diesjährigen Fastenzeit, das wir aus heutiger Sicht fast wie ein Testament verstehen können - Liebe ist niemals fertig und vollendet. Hieraus ergibt sich für alle Christen und insbesondere für die Mitarbeiter caritativer Dienste die Notwendigkeit des Glaubens. Jener Begegnung mit Gott in Christus die in ihnen die Liebe weckt und ihnen das Herz für den Nächsten öffnet, so dass Nächstenliebe für sie nicht mehr ein sozusagen von aussen auferlegtes Gebot ist sondern Folge ihres Glaubens der in der Liebe wirksam wird. Der Christ ist ein Mensch der von der Liebe Christi ergriffen ist und deshalb ist er von dieser Liebe gedrängt, auf tiefste und konkrete Weise für die Nächstenliebe offen. Diese Haltung entspringt vor allem dem Bewusstsein, dass der Herr uns liebt, vergibt und sogar dient. Er, der sich bückt um die Füße der Jünger zu waschen und sich selbst am Kreuz  hingibt um die Menschheit in die Liebe Gottes hineinzuziehen. Der Glaube zeigt uns den Gott der seinen Sohn für uns hingegeben hat und gibt uns so die überwältigende Gewissheit das es wahr ist, Gott ist Liebe. Der Glaube, das Innewerden der Liebe Gottes die sich im durchbohrten Herzen Jesu am Kreuz offenbahrt hat, erzeugt seinerseits die Liebe. Sie ist das Licht, letztlich das Einzige, das eine dunkle Welt immer wieder erhellt und uns den Mut zum Leben und zum Handeln gibt und der Papst schließt diesen Gedanken mit dem Wort - an all dem erkennen wir, das die typische Grundhaltung der Christen eben diese im Glauben gründende und von ihm geformte Liebe ist.