19.02.2013 - 06:00

Dienstag, 19. Februar 2013 Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

Heiliges Evangelium nach Matthäus Mt 6,7-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Wussten Sie schon, dass man mit Büchern die das Vater Unser erklären ganze Bücherregale füllen kann? In allen Zeiten, allen Jahrhunderten, ist über dieses Gebet nachgedacht worden und ich glaube es ist immer noch nicht ausgeschöpft. Das Vater Unser ist unser Grundgebet, aber es ist gleichzeitig eine Lebensregel, man kann Tage und Wochen darüber reden. Ich möchte Ihnen eigentlich nur das allererste Wort heute mit in den Tag geben, "Vater, unser Vater". Im Munde Jesu 'unser Abba', was übersetzt aus dem aramäischen nichts anderes heißt als 'Papa'. Vertraute Anrede, die mit diesem einen Wort angibt, in welcher Grundgesinnung wir beten dürfen. Ganz gleich was da noch kommt. Und wenn meine Gedanken wieder mal spazieren gehen beim 'Vater Unser', ich bin im Kontakt mit dem 'Abba', ich bin geborgen im Vater. Ihm vertraue ich an, was mich heute bewegt, ihm darf ich alles sagen. Ich finde es durchaus vorstellbar, dass jemand in Gedanken in diesem Augenblick in die Kindertage zurückgeht und auf Vaters oder Mutters Schoß krabbelt. Da wurde dann auch manchmal gar nicht viel geredet. Weil Vater oder Mutter sein, schweigend oder das Herz ausschüttend, erzählend, lachend, weinend, alles darf da abgeladen werden, Vater, oder eben auch Mutter. Je nachdem, was Sie für Vater- oder Muttererfahrungen mit durch ihr Leben tragen, muss natürlich klar sein - dieser menschliche Vater, diese menschliche Mutter sind nur ein unvollkommenes Bild dessen, den Jesus uns vorstellt. Vater, das, was ich an meinem Vater und meiner Mutter erlebt habe, aber auch das, was ich an meinem Vater und meiner Mutter vermisst habe oder was mich sogar bis heute verletzt, wenn ich Vater oder Mutter bedenke, all das kann ich Ihm sagen und wenn ich einmal nicht weiß, wie dieser Vater ist, den ich da anspreche, dann brauche ich nur auf den Sohn zu schauen, der gesagt hat: ich und der Vater sind eins, er ist das Bild des Vaters, mit ausgebreiteten Armen bis zum Letzten.