Wohnung für die Meisen
Wohnung für die Meisen

25.01.2014 - 09:50

Zeit für die Nistkästen Alles für die Vogelhochzeit

Es ist ein uraltes Lied, das Lied von der Vogelhochzeit. Schon im 15. Jahrhundert taucht es in einer Liedersammlung auf. Die Melodie ist mindestens 400 Jahre alt. Seit dem ist "Die Vogelhochzeit" populär und gehört zum Pflichtprogramm in jedem Kindergarten. Johann Gottfried Herder nennt es ein wendisches Volkslied und selbst Goethe schrieb es ab. Zum Januar scheint das Lied von der Vogelhochzeit irgendwie gar nicht zu passen. Das aber stimmt nicht.

"Die Vogelhochzeit"  gehört genau jetzt in diese Januarwoche. Denn in einigen Regionen Europas, vor allem aber bei den Sorben in der Lausitz, gibt es den Brauch, am Abend vor dem 25. Januar Teller draußen aufzustellen, die dann am nächsten Tag mit Leckereien gefüllt sind.  Und es sind die Vögel, die diese Teller füllen. Sie bedanken sie so für die Fütterung im Winter. Dies ist Teil des Brauches von der "Vogelhochzeit".

Brauch der Sorben

Dazu gehört auch, dass am 25. Januar Kinder in Kindergarten oder Schule die Vogelhochzeit spielen. Sie verkleiden sich als Braut, Bräutigam und all die Gäste. Es sind allerdings nicht Amsel und Drossel die heiraten, sondern Krähe und Elster. Elster heißt auf Sorbisch "Sroka". Und in gebackener Form finden sich die Elstern als "Sroki" auch auf den Tellern in der Frühe. Warum dieser Brauch ausgerechnet im Januar stattfindet, ist unklar. Es hat sicher mit der Vogelfütterung zu tun, aber tatsächlich beginnen schon im Januar erste Hochzeitsvorbereitungen, egal wie das Wetter ist, suchen und besichtigen Vögel jetzt schon Nisthöhlen oder Nistkästen.

Wohnungen sind eben auch für die Vögel knapp. Und damit sind wir bei einem passenden Gärtnerjob für jetzt Ende Januar: Nistkästen aufhängen bzw. reinigen. Der BUND empfiehlt auf seiner Homepage, man möge doch bitte vor dem Reinigen eines Nistkastens "anklopfen", dann hätten  Siebenschläfer und andere Schlafmützen die Möglichkeit, rechtzeitig das Weite zu suchen. Grobes Reinigen und Entferne alter Nester genügt, nur bei Parasitenbefall ist Wasser und Seife nötig. Wer neue Nistkästen aufhängt, sollte überlegen, welchen Vögeln er eine Brutstätte bieten will.

Höhlen und Halbhöhlen

Nistkästen mit einem kleinen Einflugloch sind vor allem für Höhlenbrüter wie Meise, Sperling, Kleiber und Star geeignet. Entscheidend dabei ist die Größe des Einflugloches. Meisen schlüpfen durch 26-28mm große Löcher, der Sperling braucht Löcher von 35 mm Durchmesser, der Star braucht 45 mm. Für den Wiedehopf darf das Einflugloch nicht rund sein, sondern muss nach untern spitz zulaufen. 
Nistkästen, die zu einer Seite offen sind, sogenannte Halbhöhlen, werden gern von Sperlingen oder auch Rotkehlchen bewohnt, müssen aber auch gegen Katzen oder Elstern gut geschützt werden.

Gute Bauanleitungen für Nistkästen gibt es beim Nabu oder beim BUND. Wer Spaß am Basteln hat, sollte also jetzt die Zeit nutzen für den Nistkastenbau. Denn sehr schnell wird das Vogelgezwitscher in den nächsten Wochen lauter werden. Zeit also für die Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande…