Taglilie: pflegeleichte Schönheit
Taglilie: pflegeleichte Schönheit

06.07.2013 - 09:50

Tagesschönheit Taglilie Schön, robust, schmackhaft

Der neuste Hit in vielen Gärten heißt Hemerocallis ´Stella d´Oro´, eine relativ kleine Taglilie, die nicht nur im Juni/Juli blüht, sondern unermüdlich bis in den Herbst hinein täglich neue, leuchtend gelbe Blüten produziert. Jetzt aber ist überhaupt die Zeit der "Schönheit für einen Tag". Und ernten lohnt auch, vor allem in Ostasien ist sie in der Küche zu Hause.

Wer an Traumsommertagen, wie sie ab heute beginnen, nach eine Blume sucht, die nicht ständig nach Pflege und Wasser ruft und trotzdem unermüdlich blüht, der sollte sich für die Taglilie entscheiden. Eine einzelne Blüte der Taglilie öffnet sich zwar nur für einen Tag. Das belegt auch ihr botanischer Name Hemerocallis, denn hēméra heißt im griechischen Tag und kállos bedeutet Schönheit, die Taglilie ist also eine Schönheit für einen Tag. Aber dafür öffnet sie täglich neue Blüten. Und weil sie zudem so pflegeleicht ist, nannte sie der Gartenphilosoph und Staudenzüchter Karl Foerster die „Blume des intelligenten Faulen“.

Unendlich viele Züchtungen

Mit etwas Überlegung bei der Sortenauswahl der Taglilie blüht und duftet es im Garten von Mai bis September. In allen erdenklichen Farben, außer in reinem Blau. Es gibt Taglilien, die quasi gestreift sind, wie die rot-gelbe Sorte Frans Hals oder solche mit einem „Auge“, mit so passenden Namen wie Canadian Border Patrol.
Manche Züchter haben die Zartheit der einzelnen Blüten herausgearbeitet. Sie wurden immer schmaler – bis sie als sogenannte Spinnenblütige eine eigene Untergruppe bildeten. Bei anderen wurden ganz im Gegenteil die ursprünglichen Spitzen der Trompetenblüte immer runder und weicher, die sichtbare Blütenfläche immer breiter.

Der neuste Hit in vielen Gärten heißt „Hemerocallis Stella d´Oro“, eine relativ kleine Taglilie, die nicht nur im Juni und Juli blüht, sondern unermüdlich bis in den Herbst hinein täglich neue, leuchtend gelbe Blüten produziert. Und dann gibt es noch die duftenden Taglilien. Auch da haben wir die Qual der Wahl: Von Zitrone bis Vanille ist alles drin.
In Deutschland gibt es nur wenige Züchter, die sich intensiv dieser Pflanze gewidmet haben. In Amerika dagegen, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, entstehen jedes Jahr mehr als 500 neue Sorten.

In China auf dem Speiseplan

Eines aber ist die Taglilie nicht: Eine Lilie. Diese erwächst bekanntlich aus einer Zwiebel. Doch die Taglilie ist eine Staude, hat dickfleischige Wurzeln, mit denen sie auch ohne Gießen Trockenperioden gut übersteht. Botanisch ist sie dem Spargel näher verwandt als den Lilien. Und sie wird tatsächlich auch wie Gemüse gegessen.

In China, dem Herkunftsland fast aller Taglilien, steht sie seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan, besonders die gelbrote Taglilie „Hemerocallis fulva“.  Die Knospen verzehrt man frisch, getrocknet oder geschmort. Das Laub wird wie Lauch zubereitet und selbst die Wurzeln werden gegessen. Sie sollen nussartig schmecken. All das ist gesund: die Taglilie enthält starke Antioxidantien, die Vitamine A, B1, B2 und C, Eisen, Pektine und Saponine. In der chinesischen Medizin hat die Taglilie ihren festen Platz.

Trauerhilfe und kübeltauglich

Dem traditionellen chinesischen Volksglauben zufolge hat die Blüte der Taglilie die Kraft, Kummer zu lindern. Ein junger Mann, der das Zuhause für Studium oder Arbeit verlässt, pflanzt vor dem Aufbruch die Blume in den Familiengarten, damit der Mutter so bei der Bewältigung ihrer Trauer geholfen wird. Bei der Standortwahl muss der junge Mann nicht sonders überlegen.

Die Taglilie mag es gern sonnig und ein bisschen feucht. Aber auch in halbschattiger Lage blüht sie noch. Sie kann jahrelang am gleichen Standort verbleiben und das dichte Blatt- und Wurzelwerk lässt kaum Raum für Unkraut. Und sie gedeiht auch prächtig im Kübel, übersteht darin locker den Winter. Die gelbrote Taglilie trägt bei uns auch den Namen "Bahnwärter-Lilie". Sie wächst also auch an Bahndämmen und sogar auf Müllhalden.

Wer an diesem Sommer-Wochenende Zeit hat für einen Ausflug ins Badische, sollte unbedingt bei Gräfin Zeppelin vorbeischauen, eine berühmte Staudengärtnerei in Sulzburg-Laufen. Dort werden an diesem Wochenende die „Taglilientage“ gefeiert. Ganze Felder stehen dort in Blüte und im Lilien-Café werden Taglilien-Köstlichkeiten serviert.

Infos Taglilientage:
am 6. & 7. Juli 2013 von 10 bis 18 Uhr
Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin
Weinstrasse 2
79295 Sulzburg-Laufen / Baden
(25 Kilometer südlich von Freiburg)