angesetzt: Holunderblütensirup
angesetzt: Holunderblütensirup

15.06.2013 - 09:50

Holla! Der Holunder Gesunder Sirup

Holler heißt er in Österreich, Flieder in Norddeutschland und ansonsten kennen wir ihn vor allem als Holunder. Wie viele andere Blumen und Sträucher blüht er in diesem Jahr etwas verspätet, aber jetzt in seiner ganzen weißen Pracht. Von alters her gehört er als schützender Lebensbaum in jeden Garten. Und der Anbau lohnt tatsächlich, denn der Holunder ist erstens pflegeleicht und zweitens ziemlich gesund.

Ein gewisser Dioskurides, der berühmteste Pharmakologe des Altertums und Militärarzt und Kaiser Nero empfahl gegen Schlangenbisse einen Sud, gekocht aus Wein und seinen Wurzeln, gegen Geschwüre riet er zu Umschläge aus seinen Blättern. Für die Klosterheilkunde war er gar eine Universalmedizin: wärmend, trocknend, abführend, entwässernd, fiebersenkend, schmerzlindernd und so fort.
In diesen Tagen fällt er, der bescheidene uralte Gesell, auf durch seine weißen Blütendolden: der Holunder. Gesund ist er durch und durch. Die guten Geister sollen darin wohnen.

Der Strauch von Frau Holle

In der Antike wurde der Holunder schon als Heilpflanze geschützt. Bei den Germanen galt der "Holderbusch"  als Sitz der Göttin Holder oder Holla, die das Leben der Pflanzen und Tiere beschützte. Und deshalb brachten die Germanen ihr unter dem Holunderbaum ihre Opfer dar. Und nach einer Legende soll auch die Gottesmutter Maria auf der Flucht nach Ägypten unter einem Holunder gerastet haben.

Gesund am Holunder ist vor allem der Saft der schwarzen Beeren, die im Sommer reifen, aber auch die weißen Blütendolden lohnen das Pflücken. Blüten und Beeren helfen bei Erkältungskrankheiten, ob als Saft oder als Tee. Vitamin C, Flavonoide, Folsäure – im Holunder stecken viele gesunde Kräfte. Immer populärer wird es, aus den Blüten des Holunders den herrlichen Holunderblütensirup zu zaubern, vor allem in den Alpenländern eine uralte Tradition.

Das domradio-Rezept für Holunderblütensirup:

Rund 20 Blütendolden des Holunders mit geschnittenen Zitronen in ein großes Glas geben. 2 Liter Wasser mit 2 Kg Zucker aufkochen, 60 Gramm Zitronensäure dazu geben, und all das heiß über die Blüten gießen. Gut einen Tag stehen lassen. Dann den Sirup durch ein Tuch abgießen, nochmals kurz aufkochen und in saubere Gläser oder Flaschen füllen.

Holunderblütensirup, schmeckt köstlich als Mix mit frischem Wasser, Sprudel, Weinschorle oder im angesagten Minzedrink „Hugo“, bei dem zum Prosecco mit Holunderblütensirup noch Minze, Melisse und Limette zugefügt werden.

Sie können den Holllerbusch aber auch einfach beim nächsten Ausflug genießen und die Nase in die Blüten stecken. – Und sich zum Ringelpietz an den Händen fassen:

„Ringel ringel reihen,
wir sind der Kinder dreien,
wir sitzen unterm Hollerbusch,
und machen alle Husch husch husch!