14.04.2008 - 18:28

Nachrichtenarchiv 14.04.2008 18:28 Verbrennungen

Nach der Testamentseröffnung ihrer Mutter sehen sich die Geschwister Jeanne und Simon zwei ungewöhnlichen Aufgaben gegenüber. Ihre Mutter, die in den letzten Jahren ihres Lebens in ein undurchdringliches Schweigen verfallen war, hinterließ ihnen zwei Briefe mit den Aufträgen je einen dieser Briefe ihrem Vater und ihrem Bruder zu bringen. Von dem Vater nahmen sie bis dahin an, dass er tot sei. Von der Existenz eines Bruders wussten sie überhaupt nicht. Aufgefordert und unterstützt von dem Testamentsvollstrecker Notar Lebel begeben sich zunächst Jeanne und später auch Simon auf die Suche nach Bruder und Vater. Am Ende werden sie eine unerwartete und erschütternde Entdeckung machen. Die Reise in die Vergangenheit lässt sie viele Neuigkeiten über ihre Mutter erfahren, deren Verhalten sie nach und nach besser verstehen. Auch das Geheimnis ihres Schweigens werden sie lüften. Die Biografie der Mutter ist eng mit den politischen und kriegerischen Ereignissen im Libanon verbunden, ein Land das immer wieder in den Strudel der Konflikte im Nahen Osten gerät, die nie losgelöst von weltpolitischen Vorgängen und Interessenslagen gesehen werden sollten.

Das Stück stellt die Frage nach dem Beginn von Gewalt und Hass sowie den Chancen auf ein Ende der Auseinandersetzungen. Jeanne und Simon lernen ihre eigene Herkunft besser kennen und erfahren, dass sich ihr Bild vom Leben der Mutter und auch ihre eigenen Existenz erst langsam nach Kenntnisnahme sämtlicher Umstände vervollständigen.