01.01.2004 - 00:00

Nach Friedrich Dürrenmatt Die Physiker

In dem noblen Sanatorium für Geisteskranke, geleitet von Doktor Mathilde von Zahnd, leben drei Patienten, die sich für berühmte Physiker halten. „Einstein“, „Newton“ und „Möbius“ nennen sie sich, und ihre geistige Verwirrung ist offenbar so groß, dass jeder von ihnen zum Mörder an einer der Krankenschwestern wird. Allerdings machen sich die Physiker ein überraschendes Geständnis: alle drei sind Simulanten, die ihre Wärterinnen nur umgebracht haben, weil die ihre wahre Identität erahnt haben: Möbius ist wirklich ein Physiker. Er ist hinter das Geheimnis der Schwerkraft gekommen und spielt den Irren, weil er fürchtet, dass seine Entdeckung verheerende Folgen für die Menschheit haben könnte, wenn sie in die Hände der Macht fallen. Einstein und Newton entlarven sich als Geheimagenten aus Ost und West, die dem genialen Kopf Möbius seine Formeln abjagen wollen. Als sich die drei entschließen, lieber weiter im Irrenhaus zu bleiben, als die Welt in ein Irrenhaus zu verwandeln, erscheint die Leiterin des Sanatoriums, die sich längst in den Besitz der Formeln gebracht hat und sich als die einzig wirkliche Irre der Anstalt erweist... In seiner Komödie fragt Dürrenmatt nach den Folgen von Erkenntnissen in der Wissenschaft. Das, was einmal gedacht wurde, wie beispielsweise die Atombombe mit ihrem weltumspannenden Vernichtungspotential, kann nicht mehr zurückgenommen werden – das ist der tödliche Ernst in dieser Fabel, die durch ihre Mischung aus wilder Komik und blankem Grauen besticht.