Basilika St. Lambertus weithin bekannt als "der Immerather Dom"
Basilika St. Lambertus weithin bekannt als "der Immerather Dom"

15.04.2018 - 09:40

Kirche2Go: Dom-Basilika-Kathedrale Was ist was?

Ist das ein Dom? Oder vielleicht auch eine Kathedrale? Was macht eine Basilika aus? Und warum werden manche Kirchen Münster genannt? Eigentlich ist es ganz einfach.

Der Kölner Dom ist die Bischofskirche des Kölner Erzbischofs. Darum ist der Kölner Dom auch und in erster Linie eine Kathedrale. Hinter diesem Begriff steckt nämlich das griechische Wort kathedra, was übersetzt soviel bedeutet wie Stuhl. Aber es ist vor allem die Bezeichnung für einen Stuhl, auf dem eine lehrende Persönlichkeit sitzt. Liturgiewissenschaftler Alexander Saberschinsky präzisiert: "Man kennt das im Zusammenhang mit Professoren. Aber auch mit dem Bischof. Sein Bischofsstuhl, das ist eine offizielle Bezeichnung, heißt Kathedra."

Die Kathedrale ist die Bischofskirche

Das heißt, jede Kirche, die gleichzeitig auch ein Bischofssitz ist, nennt sich Kathedrale. Sie kann aber, so wie in Köln, gleichzeitig auch ein Dom sein. Das Wort Dom kommt von dem lateinischen Wort Domus und heißt übersetzt Haus. "Ursprünglich war damit das Haus des Bischofs gemeint: Domus episcopae", erklärt Saberschinsky und weist daraufhin, dass man aber auch andere Kirchen, die besonders bedeutend sind, auch schon mal als Dom bezeichnet, "sei es auch nur in der Wahrnehmung der Menschen".  

Beispiele dafür sind Berlin und Magdeburg. Dort gibt es jeweils einen Dom, der aber eben nicht die Kirche des katholischen Bischofs vor Ort ist.  

Ein Münster war eigentlich mal ein Kloster

Eine weitere durchaus geläufige Bezeichnung für wichtige Kirchen ist Münster. Hier steckt das lateinische Wort monasterium dahinter. Saberschinsky: "Monasterium ist eigentlich der Begriff für die Gebäudekomplexe eines Klosters. Mönche und monasterium, das hängt sprachlich zusammen. Dieser Begriff ist nur ursprünglich für Klostergebäude benutzt worden. Und dann später regional übergegangen auf andere bedeutende Kirchen, vor allem auch auf Bischofskirchen." Ein Beispiel dafür ist die Bischofskirche in Freiburg.

Bleibt noch ein weiterer Begriff für Kirchengebäude, den es zu klären gilt: Die Basilika. Dabei handelt es sich um eine Bezeichnung, die sogar älter ist als das Christentum selbst: "Basiliken waren einfach große Versammlungshallen, in denen der Kaiser oder sein Stellvertreter Hof gehalten haben", sagt Saberschinsky und verweist dabei auf ein besonders berühmtes Beispiel: die Basilika in Trier, die später zur Kirche umgemünzt wurde. Als das Christentum im vierten Jahrhundert zur Staatsreligion wurde, übernahmen die Christen den Typos der Basiliken vielerorts als Versammlungsraum für ihre Gottesdienste.

Basilika: Im Ursprung nicht mal christlich, heute eine Ehre

Für den Liturgieexperten Saberschinsky ist gerade das eine Entwicklung, die beweist, das die Versammlung der Gläubigen, entscheidender ist als der Kirchenraum an sich: "Erst im Verlauf der Kirchengeschichte hat man dann diese Räume besonders symbolisch ausgestaltet und eigene Bauformen entwickelt."

Wenn man heute von einer Basilika spricht, geht es dagegen weniger um die Architektur des Versammlungsraums. Heute ist Basilika vor allem ein Ehrentitel für auserwählte Kirchen, die vom Papst ausgezeichnet werden, weil sie von besonderer Bedeutung sind: entweder baugeschichtlich oder pastoral. Saberschinsky: "Es ist zum Beispiel vorstellbar, dass eine bedeutende Wallfahrtskirche, auch wenn sie architektonisch gar nicht so besonders ist, den Titel einer Basilika bekommt."

Als Beispiel müssen hier allen voran die sechs großen Basiliken genannt werden, die als ranghöchste Gotteshäuser der katholischen Kirche gelten. In der richtigen Reihenfolge sind das in Rom: die Lateranbasilika, der Petersdom, St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore; dazu die Basiliken in Assisi: San Francesco und Santa Maria degli Angeli. Aber es gibt darüberhinaus auch weitere Gotteshäuser, die den Namen Basilika als Ehrentitel führen. Und die kann man an bestimmten Merkmalen erkennen, die Alexander Saberschinsky beschreibt: "Nämlich dann stehen vorne im Altarraum ein Schirm aus gelb-rot gestreiftem Stoff und manchmal auch eine kleine Glocke an einer Stange. Das sind zwei Elemente, die man früher traditionell in einer Prozession mitgeführt hat. Heute zeigen sie eigentlich nur noch an: Wir sind jetzt in einer Basilika."