10.12.2017 - 10:00

Patrozinium und Jubiläumsmesse "900 Jahre Dünnwald – 900 Jahre romanische Kirche St. Nikolaus" Zweiter Adventssonntag

Bei der Festmesse zum Abschluss des Jubiläumsjahrs "900 Jahre Dünnwald – 900 Jahre St. Nikolaus" erinnerte Weihbischof Rolf Steinhäuser daran, dass für Gott andere Zeiten gelten und er "immer Gegenwart ist."

Weihbischof Rolf Steinhäuser sprach von einem "großartigen Jubiläum", das jetzt zu Ende gehe. Für Menschen seien 900 Jahre eine lange Zeit. Doch Gott habe bei der Zeitmessung andere Maßstäbe. "Auch dieser heutige zweite Advent - für uns nur 24 Stunden - kann für ihn wie 1000 Jahre sein", sagte Steinhäuser. Die menschlichen Dimensionen von Raum und Zeit taugten bei ihm nicht. "Gott ist überall da und er ist immer Gegenwart."

domradio.de übertrug am zweiten Adventssonntag die Festmesse zum Abschluss des Jubiläumsjahrs "900 Jahre Dünnwald – 900 Jahre St. Nikolaus" mit Weihbischof Rolf Steinhäuser aus der Kirche Sankt Nikolaus in Köln-Dünnwald. Es sangen die Choralschola und der Kirchenchor Zur Heiligen Familie unter der Leitung von Michael Wurm.

Vom Endpunkt seiner Darstellung ausgehen

Das Evangelium des zweiten Adventssonntages: der Anfang des Evangeliums nach Markus (Mk 1,1-8). Er will die Erfüllung einer Froh-Botschaft – eines Evangeliums – in Jesus schildern. Verstehen werden wir es nur, wenn wir vom Endpunkt seiner Darstellung ausgehen, die für ihn der Ausgangspunkt seiner Verkündigung ist. Es ist die Auferstehung. Eine neue Lebensgewalt war da in diesem. Man hat sie hinausstoßen wollen aus der Menschheit. Sie ist wieder hereingebrochen und gestaltet nun die Menschheit neu.

Was diese neue Lebensgewalt ist, wie sie sich äußerte in ihrem Träger, will er schildern, damit man sie erkennt da, wo sie die Menschen berührt und erneuernd in ihr Leben tritt, damit man sich ihr hingibt und Mitträger der Welterneuerung wird. So ist das der Anfang der Froh-Botschaft des Jesus, des Christus, dass Ewiges sich ankündigt: "Es kam Johannes", so gehört das zusammen.

Was das aber bedeutet, dies Kommen des Johannes, das wird gezeigt durch eines der uralten Worte der Verkündung und Verheißung. Es wird dem Jesaja zugeschrieben, stammt aber zur Hälfte aus dem 2. Buche des Mose. Es sagt, dass dieser Rufer in der Wüste ein Engel, ein Bote Gottes ist. Er muss kommen und sein Kommen zeigt die Erfüllung an: "In der Wüste, wo doch niemand leben kann, beginnt ein Rufen. Dort in der Einsamkeit wird es zuerst geahnt. Dort fühlt man, dass etwas im Kommen ist, und von dort wird geahnt, dass die Menschen sich dem öffnen mögen."

Emil Fuchs (dt. Theologe, 1874–1971), aus: ders., Auslegung des Evangeliums nach Markus, hg. v. Claus Bernet und Klaus Fuchs-Kittowski, © Verlag Dr. Kovac Hamburg 2015, 62.

aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Dezember 2017