Kölner Dom
Kölner Dom

16.08.2020 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Zwanzigster Sonntag im Jahreskreis

In seiner Predigt sprach Weihbischof Rolf Steinhäuser über das Tagesevangelium. Darin verweigert Jesus einer Heidin erst die Hilfe, bevor er ihre Tochter heilt. Doch war die Ablehnung Jesu gegen die Frau echt?

Jesus mache hier einen Lernprozess durch, so Steinhäuser. Denn auch Jesus musste in seine Sendung als Messias für alle Menschen erst hineinwachsen. 

Der unbekannten kananäischen Frau gehöre unsere Zuneigung und unser Dank. Wer weiß, ob wir ohne sie heute morgen hier säßen, stellt Weihbischof Steinhäuser fest.

DOMRADIO.DE übertrug am zwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Rolf Steinhäuser.

Den Kantorendienst im Gottesdienst übernahm Domkapellmeister Eberhard Metternich, Ulrich Brüggemann spielt die Domorgel.

Zum Sonntagsevangelium (Mt 15,21-28)

Jesus weiß sich zu Israel gesandt. Aber was ist mit all den anderen? Das Matthäus-Evangelium gibt in der Erzählung von der Begegnung Jesu mit der heidnischen Frau eine Antwort, ... Mit großer Hartnäckigkeit lässt sich die kanaanäische Frau mit ihrer Bitte um Heilung für ihre besessene Tocher nicht abwimmeln. Ihr Argument: So wie sich die Hunde unter dem Tisch von den Resten ernähren können, so kann vom Heil Israels ein kleines Stück auch für Nicht-Israeliten abfallen. Der große Gedanke dahinter: Gottes Heil kann nicht eingegrenzt werden, weil er nicht nur der Schöpfer Israels, sondern der ganzen Welt ist. Dadurch hat jede einzelne Person eine Verbindung zu Gott, unabhängig von der Zugehörigkeit zum Volk Israel. Bei Matthäus gipfelt diese Einsicht in die Universalität der Sendung Jesu im Auftrag des Auferstandenen an seine Jünger, alle Völker zu seinen Jüngern zu machen und sie zu taufen (Mt 28,1-20). ... Ohne diesen Schritt über die Grenzen des Volkes Israel hinaus gäbe es die Kirche, die wir kennen und schätzen, die Kirche aus Juden und Heiden, sicher nicht.

Aus: Messbuch 2020. Lesejahr A, Butzon & Bercker