25.11.2011 - 16:01

Weihbischof Koch ruft am Ersten Adventssonntag zu Wachsamkeit auf Lernen, Gott wahrzunehmen

domradio.de übertrug am Ersten Adventssonntag das Pontifikalamt in lateinischer Sprache aus dem Kölner Dom. Es zelebrierte Weihbischof Dr. Heiner Koch. In seiner Predigt beklagte er, dass in unserer heutigen schnelllebigen und kurzatmigen Zeit, das Zentrale häufig auf der Strecke bliebe: Lernen, Gott wahrzunehmen.

Wie kann man Gott erfahren? Der Weihbischof zeigte am ersten Adventssonntag einen Weg auf Ihn zu spüren: Seid wachsam, zeigt Geistesgegenwart. Setzt euch bewusst auseinander mit der Gegenwärtigkeit. Wachsamkeit müsse gelernt werden, so Koch weiter, es sei ein Bildungsprozess. Und um Gott wahrzunehmen brauche es Geduld: Warten, reifen, wachsen lassen. Die nun angebrochene Adventszeit zeige, dass man schon im hiesigen Leben Gott erfahren kann.

Der Beginn des neuen Kirchenjahres
Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Christen feiern in der Adventszeit das Kommen Gottes in die Welt. Nach christlichem Glauben wird Gott in Jesus von Nazareth als Mensch geboren. Jesus Christus wird damit zur Brücke zwischen Gott und den Menschen. Dies ist der Kern der christlichen Heilsbotschaft. In den vergangenen Jahren ist bei vielen Christen die Sehnsucht nach mehr Spiritualität und meditativer Ruhe in der Adventszeit gewachsen.

Die Kirchen wehren sich gegen verfrühten Weihnachtsrummel lange vor der Adventszeit. Die in einigen Bundesländern mögliche Öffnung von Geschäften an den Adventssonntagen stießen bei den Kirchen auf scharfen Protest.

Die Adventszeit ist für Christen die Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Geburt Jesu. Um die "stille Zeit" vor Weihnachten hat sich ein reiches Brauchtum entwickelt: Adventskalender und -kränze sowie besondere Speisen, Süßigkeiten und Kirchenlieder zählen dazu. Advent, abgeleitet vom lateinischen "adventus" für Ankunft, und Weihnachten entstanden als christliche Feste erst im 4. bis 5. Jahrhundert.

Die beiden in Deutschland heute am weitesten verbreiteten Bräuche, Adventskranz und -kalender, sind noch relativ jung. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern ließ 1839 in dem von ihm gegründeten "Rauhen Haus", einem Heim für verwahrloste Jugendliche, einen großen hölzernen Kranz aufhängen. Dieser trug für jeden Tag bis Weihnachten eine Kerze. Adventskalender wurden erstmals um die Jahrhundertwende in München in größerer Auflage produziert.