Im Dach des Domes: Dompropst Gerd Bachner
Im Dach des Domes: Dompropst Gerd Bachner

30.08.2020 - 15:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Verabschiedung von Dompropst Gerd Bachner

In der Predigt im Kapitelsamt zu seiner Verabschiedung blickte Dompropst Gerd Bachner auf den Dom, die Heiligen Drei Könige, und er betonte, wie wichtig es sei, "mit Gott in Berührung zu kommen". 

Den Dom im Herzen zu verankern, sei für viele Menschen in der Kirche und darüber hinaus eine Selbstverständlichkeit. Der Dom ist Weltkulturerbe, die Kunsthistoriker sagen: Eine vollendete gotische Kathedrale. Und der Dom sei ein Gotteshaus, das den Menschen die Türen öffnet, zu stauen.

"Hier einzutreten durch die Türen, und etwas von dieser Herrlichkeit Gottes, von diesem himmlischen Jerusalem zu erspüren – im Staunen," so Dompropst Bachner.

Der Dom

Nicht zuletzt sei der Dom nicht nur allgemein ein Gotteshaus, sondern auch "unsere Bischofskirche. Für viele Mitbrüder von uns ist es die Weihekirche." Für alle aber sei es ein Ort, der die Möglichkeit schenke, "mit Gott in Berührung zu kommen, " so Bachner. Und weiter: "Darum geht es. Wir brauchen Menschen, wir brauchen Zeiten, wir brauchen Orte, wo Menschen die Möglichkeit haben, mit Gott in Berührung zu kommen."

Und im Herzen der Kathedrale liege das, was ihren Bau veranlasst habe: Die Heiligen Drei Könige. "Sie sind für uns Wegweiser unseres Glaubens", betont Bachner.

Die Heiligen Drei Könige

Sie folgen einem Stern, der uns alle einlade, ihm zu folgen – der Stern Gottes. Der Kernsatz der Botschaft Gottes für uns sei, dass "wir uns ausrichten, jeder auf seine Weise, in seiner Art, in der Kirche, im Glauben, in der Gesellschaft, mit anderen Zeugen, dass wir den Willen Gottes erspüren". So finden auch die Heiligen Drei Könige den Sohn Gottes.

Auch erinnerte Gerd Bachner an die Illumination "Dona Nobis Pacem" und die beeindruckende Atmosphäre. Angesichts dessen stellt er fest: "Wenn wir etwas davon spüren, dass Gott unser Gastgeber ist. Unser Gastgeber, der uns einlädt, immer wieder neu mit Ihm zu gehen in unserer Schrittgeschwindigkeit."  

Gerd Bachner

Gerd Bachner, seit 2015 Kölner Dompropst, schied am 30. April 2020 aus seinem Amt, nachdem er am 23. April das 75. Lebensjahr vollendet hatte. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie ist der feierliche Gottesdienst zu seiner Verabschiedung auf den heutigen Sonntag verschoben worden.  

In die fünfjährige Amtszeit Bachners fielen spektakuläre Aktionen. So startete das Domkapitel 2016 zur Spielemesse Gamescom das multisensorische Kunstprojekt «silentMOD», um damit besonders jungen Menschen den Dom als Ort des Glaubens und Quelle der Entspannung, Konzentration und Kraft zu präsentieren. 2018 erinnerte die Lichtkunst-Aktion «Dona nobis pacem» an das Ende des Ersten Weltkriegs 100 Jahre zuvor. Um den spirituellen Charakter der Kathedrale erfahrbar zu machen, führte Bachner geistliche Führungen ein. 2019 stellte er die ersten Domschweizerinnen für die Aufsicht in der Kathedrale vor. 

Bachner gehörte 15 Jahre dem Domkapitel an. Er wurde auf der Flucht seiner Familie aus Ostpreußen am 23. April 1945 im sächsischen Burgstädt geboren. 1972 empfing er die Priesterweihe und war anschließend Repetent am Bonner Theologenkonvikt Albertinum, Hochschulpfarrer in Wuppertal und Direktor des Theologenkonvikts Albertinum, bevor er 12 Jahre das Priesterseminar in Köln leitete. Von 2001 bis 2015 stand er der Hauptabteilung Schule und Hochschule im Erzbistum vor.

Der Dompropst leitet das Domkapitel, das sich um den Erhalt der Kathedrale und die Gottesdienste dort kümmert sowie den Erzbischof berät. Wenn dieser zurücktritt oder stirbt, macht das Domkapitel dem Vatikan Vorschläge für seinen Nachfolger und wählt am Ende des Berufungsverfahrens einen Kandidaten aus einer Dreierliste des Papstes. Der Dompropst ist auch Chef der Dombauhütte mit rund 100 Mitarbeitern.

(KNA, DR)