Erntedank hat eine lange Tradition
Erntedank hat eine lange Tradition

03.10.2021 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis

In seiner Predigt im Kapitelsamt am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis betrachtet Domkapitular Dominik Meiering die untrennbare Verbindung von Himmel und Erde und von den Menschen untereinander.

DOMRADIO.DE übertrug im Internet-TV am siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis – zugleich Erntedanksonntag – das Kapitelsamt in lateinischer Sprache aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Dominik Meiering. Es sang der Kölner Domchor unter der Leitung von Anna Goeke und Eberhard Metternich. An der Orgel: Winfried Bönig.

Erntedankfest
Weil sich der Mensch dem Geschehen in der Natur ausgesetzt erfährt, kennen wohl alle Religionen die Bitte um Gottes Segen für das Gedeihen der Früchte und das Gelingen der Arbeit sowie den Dank für die Ernte. In unserer Zeit verbindet sich dieses Gebet gegen den Machbarkeitswahn unserer Tage mit dem Gedanken an unser Geschöpfsein und unsere Verantwortung für die Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt, die uns von Gott anvertraut ist. In Deutschland wird in der katholischen Kirche der erste Sonntag im Oktober als Erntedankfest gefeiert, in evangelischen Gemeinden der Michaelistag (29. September) oder einer der benachbarten Sonntage.
Aus: TeDeum – Das Stundengebet im Alltag, Oktober 2021, www.tedeum-beten.de

Impuls zum Evangelium (Mk 10,2-16) von Sr. Angelika Bott OSB
Einheit aus Gott stiftet partnerschaftliche Einheit untereinander. Aus dieser Einheit entsteht neues Leben. Nicht zufällig schließt sich die Segnung der Kinder an das Eheverständnis Jesu an. Im übertragenen Sinn darf aber genauso an geistliche Elternschaft gedacht werden. Denn überall, wo Nachfolge und Nächstenliebe gelebt werden, entsteht neues Leben, wo der Einheitswunsch Christi (vgl. Joh 17,22) Ziel unseres Tuns ist, kann Leben in Frieden und Freiheit gelingen. Diese Botschaft ist heute, am »Tag der deutschen Einheit«, doppelt aktuell. Das Wunder der Wiedervereinigung liegt nicht allein in dieser selbst, das Wunder liegt darin, dass die Einheit friedlich und aus dem Geist des Glaubens zustande gekommen ist. »Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten«, sagte der SED-Funktionär Horst Sindermann. Wir alle sind als Bundesbürger, aber v. a. auch als Christen aufgerufen, uns für den Erhalt dieser Einheit und dieses Friedens einzusetzen, damit Grenzen immer wieder neu überwunden und Mauern eingerissen werden, damit Umwelt- und Friedensbewegungen weltweit ihre Kraft entfalten können, damit Meinungsfreiheit und Menschenrechte ihren Platz behalten.
Aus: TeDeum – Das Stundengebet im Alltag, Oktober 2021, www.tedeum-beten.de