15.08.2012 - 16:08

Pontifikalamt aus dem Kölner Dom an Mariä Himmelfahrt Auf dem Weg in den Himmel

domradio.de übertrug anlässlich des Hochfestes zur Aufnahme Mariens in den Himmel das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom. Mit ewiger Liebe habe Gott Maria geliebt, deshalb habe sie auch nicht in den Tod fallen können, betonte Weihbischof Heiner Koch in seiner Predigt. Dies sei eine Konsequenz der Barmherzigkeit Gottes.

Die Aufnahme Mariens in den Himmel gebe Hoffnung für die Stunde unseres Todes. "Heilige Maria, Mutter Gottes, hilf uns wie Du Gott Dein Herz geschenkt hast, ihm immer wieder neu unser Herz zu öffnen", bat der Kölner Weihbischof.

Die Orgel spielte Ulrich Brüggemann. Kantor war Manfred Blaser.

Kirchenfest seit 431
Das Hochfest "Mariä Himmelfahrt" hat seinen Ursprung in der Ostkirche, wo es im Jahr 431 eingeführt wurde. In der römischen Kirche wird die in der Bibel nicht beschriebene Aufnahme Mariens in den Himmel seit dem siebten Jahrhundert gefeiert, in Deutschland wurde Mariä Himmelfahrt 813 eingeführt.

Papst Pius XII. verkündete 1950 als vorerst letztes katholisches Dogma feierlich die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel". Der Lehrsatz unterstreicht die für das christliche Menschenbild konstitutive Zusammengehörigkeit von Leib und Seele. Tod und Himmelfahrt der Mutter Jesu sind allerdings nirgendwo im Neuen Testament erwähnt. Es existiert kein Grab, und es gibt keine Reliquien, so dass Maria an keinem konkreten Ort besonders verehrt werden könnte. Dennoch pflegt die römisch-katholische Kirche eine tiefe Marienverehrung. Die geringe Zahl biblischer Belege hat sogar zur Ausweitung der Marienverehrung beigetragen, weil so die Gottesmutter von geheimnisvoller Heiligkeit umgeben schien.

Bei der Kräuterweihe werden von den Gläubigen mitgebrachte Kräuterbuschen, kunstvoll zu einem Strauß gebundene Heilkräuter, geweiht. Die Anzahl der Kräuter variiert je nach Region zwischen 7 und 77, darunter sind zumeist Johanniskraut, Kamille, Frauenmantel, Mariendistel, Baldrian und Lavendel, aber auch Dill, Pfefferminze und Salbei. In der Mitte, gleichsam als Zepter, sollte vielerorts eine Königskerze herausragen.

"Blume des Feldes"
Maria wird in Weihe als "Lilie der Täler" und "Blume des Feldes" besungen. Das Kräutersträußchen wurde früher mit nach Hause genommen und getrocknet, teils ins Futter des Viehs gestreut, teils unter die Frühlingssaat gemischt. Es soll vor Krankheiten bewahren und Segen bringen.

Ein weiterer Brauch ist es, nach der Kräuterweihe Äpfel und Beeren rücklings hinter sich zu werfen. Das hängt mit der Erntezeit zusammen, die seit jeher unter besonderem Schutz der Gottesmutter stand. Der 15. August gilt für die Bauern als ein besonderer Tag. Im Volksmund heißt es: "Frauentag mit Sonnenschein bringt viel Obst und süßen Wein". Gepflegt wird auch die Feier des so genannten Frauendreißiger, die am 15. August beginnt. Vorzugsweise in Marienkirchen treffen sich 30 Tage lang die Gläubigen zum Gebet und zu Prozessionen. In die Zeit fällt das Fest der Geburt Mariens am 8.  September sowie Mariä Namen am 12. September.

In Siena wird der berühmte Palio, das Pferderennen um den Hauptplatz, an Mariä Himmelfahrt ausgetragen. 1260 hatte die Stadt sich in höchster Not dem Schutz der Heiligen Jungfrau unterstellt und im Kampf um die Unabhängigkeit von Florenz gesiegt. Das Rennen am 15. August erinnert daran. Der Sieger erhält ein mit einem Bild der Gottesmutter bemaltes Banner.

Aufnahme Mariens in den Himmel in der Kunst
Marias Leichnam schwang sich der Überlieferung nach in strahlender Lichtaura, von Engeln unterstützt, in den Himmel empor. Genau so sehen die meisten künstlerische Darstellungen der Himmelfahrt Mariens aus. In Deutschland sind sie am häufigsten in bayerischen Barockkirchen anzutreffen. Der spanische Barockmaler Bartolome Esteban Murillo schuf um 1675 eine Darstellung, die heute in der Eremitage in St. Petersburg hängt. Eine um 1626 geschaffene "Mariä Himmelfahrt" von Peter Paul Rubens befindet sich im Besitz der National Gallery of Art in Washington.

Zu den schönsten Gemälden zählt Tizians sogenannte Assunta (italienisch: Aufnahme) in der venezianischen Kirche Santa Maria Gloriosa. Das 1516 bis 1518 geschaffene große Altarbild, das zu den Meisterwerken des später auch als Papst-Porträtisten geschätzten Malers gehört, zeigt Maria als eine schöne, anmutige Frau. Zu schön und zu körperlich für die Auftraggeber. Erst nach langen Verhandlungen und einem Prozess der Gewöhnung sollen sich die an einen asketischen Alltag gewöhnten und in Keuschheit lebenden Franziskaner von Venedig entscheiden haben, die Arbeit anzunehmen und Tizian zu entlohnen.