01.02.2010 - 11:03

Pontifikalamt am "Fest der Darstellung des Herrn" "Ein Christ hat immer mehr Zukunft vor sich, als Vergangenheit hinter sich."

domradio.de übertrug am Dienstag, dem "Fest der Darstellung des Herrn", das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom. Es zelebrierte Weihbischof Manfred Melzer. Er betonte in seiner Predigt, dass Simeon und Hanna Stellvertretende seien für die Menschen, die auf die Tröstung Israels warten. Sie würden nicht rückwärtsgewandt denken, sondern nach vorn blicken. Die Kraft dazu bekämen sie durch das Vertrauen in Gott.

Simeon könne deshalb ein Leben lang warten, und aus dem gleichen Grund habe ein Christ immer mehr Zukunft vor sich als Vergangenheit hinter sich, so Melzer. Auch hätten Simeon und Hannah Jesus nicht erkennen können, wenn sie nicht wirklich auf das Licht der Welt gewartet hätten. Daher stimme das Sprichwort: „Wer auf nichts mehr wartet, der kann auch nichts empfangen". "Fest der Darstellung des Herrn"40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, feiert die katholische Kirche das "Fest der Darstellung des Herrn", das im Volksmund besser unter dem Namen "Mariä Lichtmess" bekannt ist. Nach alttestamentlichen Vorschriften galt eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch unrein und musste danach ein Opfer für ihre Reinigung darbringen. Außerdem wurde der Erstgeborene als Eigentum Gottes angesehen und musste durch ein Opfer ausgelöst werden. Deshalb bringen Maria und Josef Jesus in den Tempel von Jerusalem. Lukas berichtet von der Begegnung der Familie mit den Greisen Simeon und Hanna. Sie erkennen in dem Kind den Heilbringer für Israel und die Heiden, den Messias. Simeon bezeichnet dabei Jesus als "Licht, das die Heiden erleuchtet". An ihr Loblied schließt sich die Weissagung an, dass Jesus leiden müsse, aber verherrlicht werde. Und Maria erfährt, dass sie als Mutter des Messias seinen Leidensweg mitgehen wird.Das Fest wurde in Jerusalem seit Anfang des fünften Jahrhunderts gefeiert. In Rom verband sich mit diesem Tag eine ursprünglich heidnische Lichterprozession. In Gallien ging dem Lichterumgang eine Kerzenweihe voraus. So entstand in Deutschland die Bezeichnung "Lichtmess". Seit der Liturgiereform 1969 wird "Mariä Lichtmess" am 2. Februar wieder als Christusfest gefeiert, als "Fest der Darstellung des Herrn". In den Gottesdiensten werden Kerzen geweiht, die Geistliche und Gläubige in einer Prozession in der Kirche mittragen.