05.02.2010 - 15:31

Kölner Weihbischof Heiner Koch ruft zu Wachsamkeit für das Wort Gottes auf "Still sein, Gott hören"

Zu Wachsamkeit für den Ruf Gottes hat am Sonntag der Kölner Weihbischof Heiner Koch in seiner <a onclick="javascript:WindowAudio('22254'); return false;" href="/comet/audio/22254.wma"> Predigt </a>aufgerufen. Viele Menschen hätten verlernt hinzuhören, so Koch beim Pontifikalamt im Kölner Dom. Dabei sei Gott immer "mitten im Leben" da.

Es gebe zwei grundsätzlich unterschiedliche Lebensauffassungen. Zum einen die eines "Dauerklavierspielers", der sein Leben zwischen "Dur und Moll lebt, solange er noch am Flügel sitzt" und "bis sich die Klappe schließt". Man könne das Leben aber auch wie die Apostel Paulus und Petrus sehen, die von Gott persönlich gerufen worden seien. Beide hätten erkannt, dass sie nicht ohne Zufall gelebt haben. "Jetzt soll ich leben" - das gälte für alle Menschen, so Koch, auch heute noch."Am Anfang steht Gottes Wort." Und wer wisse, dass er "auch am Ende seines Lebens noch mal gerufen wird, lebt verantwortlich". Gott spreche immer wieder zu uns. "Still sein, offen sein, hören wollen", das sei die Aufgabe der Menschen. Als Beispiel erinnerte der Kölner Weihbischof an Mutter Teresa, die lange Zeit Gott nicht gehört habe. Sie habe das "ausgehalten", wissend dass sie wieder hören wird. Fünfter Sonntag im JahreskreisIn einer weitgehend durch ökonomische Zwänge bestimmten Welt wird der Begriff „Schuld" mehr und mehr als ein zu zahlender Geldbetrag verstanden. Im Vordergrund steht dabei die eigene Leistung, die zur Tilgung der Schulden nötig ist. Mit Jesaja, Paulus und Petrus treten am heutigen Sonntag drei prominente Glaubende auf den Plan, die sich alle in ihrer Schuldverstrickung wahrnehmen. Sie verstehen sich als Sünder, die nicht aus eigener Kraft aus ihrer Misere herausfinden. Wenn wir uns an diesen Gestalten des Glaubens orientieren, sie gerade in ihrer Schwachheit sehen, verschieben sich auch unsere Maßstäbe. Ohne den Sinn für die Realitäten zu verlieren, entdecken wir die ungeahnte Dimension des Lebens, die der Glaube eröffnet.  Lesung aus dem Buch Jesaja 6, 1-2a.3-8Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch. Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen. Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,1-11 Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der „Mißgeburt". Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 5, 1-11In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, daß ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so daß sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.(Quelle: Messbuch 2010, Butzon & Bercker Verlag)