11.09.2009 - 12:59

Kapitelsamt aus dem Kölner Dom Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!

domradio übertrug am vierundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom. Zelebrant war Domkapitular Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp. In seiner Predigt ging der Domkapitular auf das heutige Evangelium ein, in dem Jesus zu Petrus sagt: "Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!". Petrus wollte ihm das Kreuz ersparen, ihn in Versuchung bringen, dem Leid zu entgehen. Es sind die drei Versuchungen Angst, Taktik und die Bequemlichkeit, so Schwaderlapp, die es uns Christen heute so schwer machen, das Kreuz auf uns zu nehmen.

Die Äußerungen junger Menschen erkennt man oft daran, dass sie den Glauben, die Welt aus den Angeln heben zu können, noch nicht verloren haben. Erfrischend jung klingen immer wieder auch die uralten Worte der biblischen Texte. Sie halten den Traum wach, dass diese Welt noch viel gerechter und menschlicher sein könnte, dass es in dieser Welt ganz viele mutige, überzeugte und überzeugende Gottesbotinnen und -boten geben könnte, die, getragen von einer tiefen Beziehung zu Jesus Christus, dafür Sorge tragen, dass Gewalt und Armut von der Erde verschwinden. WortgottesdienstErste LesungGewaltloser Widerstand, das wissen viele, ist der einzige Weg, die Spirale der Gewalt in unserer Welt auf Dauer zu durchbrechen. Wie aber erträgt ein Mensch Gewalt, ohne zurückzuschlagen? Was gibt die Kraft, Schläge einzustecken, ohne zurückzuschlagen, Beleidigungen zu ertragen, ohne selbst zu beleidigen? Das Buch Jesaja zeigt am Handeln der prophetischen Gestalt des Gottesknechtes eine mögliche Kraftquelle auf: Vertrauen zu haben, dass Gott selbst für Gerechtigkeit sorgen wird.Zweite LesungEin Glaube, der sich nicht auch im sozialen Handeln zeigt, ist nichts wert. Wenn den Gläubigen das Leid der Mitmenschen nicht berührt, dann hat er keinen Glauben oder wie es der Jakobusbrief schreibt: „So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat." Eine zeitlos aktuelle Mahnung, die religiöse Praxis mit dem Handeln im Alltag zu verbinden. EvangeliumDie Frage: Wer ist Jesus Christus für mich, für wen halte ich ihn?, stellen sich Menschen im Jahr 2009 wohl nicht allzu oft. Es gibt wichtigere Fragen. Gibt es die wirklich? Das Evangelium würde sagen: Nein! Denn mit der Frage: Wer ist Jesus Christus für mich  und wie sehr stelle ich mich in meinem Leben auf ihn ein?, ist die Frage gestellt nach dem Dreh- und Angelpunkt für das eigene Leben. Ist darin Platz für den „Mensch gewordenen" Sohn Gottes? Ist mir eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft ein Anliegen? Bin ich bereit, dafür einzutreten? Bin ich bereit, mit meinem Einsatz zu zeigen: „Ja, ich glaube an Jesus Christus und folge ihm nach"? Die Beantwortung dieser Frage ist lebensnotwendig, denn so spricht Jesus im Evangelium zu seinen Jüngern: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten."(Quelle: Messbuch 2009, Butzon & Bercker Verlag)