09.09.2011 - 11:41

Heilige Messe aus Sankt Nikolaus in Köln-Sülz 24. Sonntag im Jahreskreis

domradio.de übertrug am 24. Sonntag im Jahreskreis aus Sankt Nikolaus in Köln-Sülz die Heilige Messe. Den Gottesdienst feierte Pfarrer Karl-Josef Schurf. Die musikalische Leitung hatte Kantor Marius Schäfer.

Steigendes Bevölkerungswachstum und die zu dieser Zeit noch fast selbstverständliche Zugehörigkeit zur (zumeist katholischen) Kirche weckten das Bedürfnis nach Seelsorge und damit den Wunsch nach einer eigenen Kirche in Sülz, weil der Weg von Sülz nach Kriel mehr als eine halbe Stunde Fußweg einnahm. Private Initiativen seit 1869 ermöglichten in den Jahren 1875/76 trotz des aufgezogenen Kulturkampfes den Bau einer Kirche an der Ecke der heutigen Nikolausstraße/Marsiliusstraße, und nicht nur das; Sülzer Bürger garantierten auch die Zahlung eines kleinen Gehalts für einen eigenen Priester. 1886 schickte Erzbischof Krementz den aus Aachen stammenden Priester Franz Josef Hubert Becker als "Hülfsgeistlichen" an die dem Hl. Nikolaus geweihte "Nebenkirche zu Sülz, Pfarre Kriel". Aber dieser abhängige Status gefiel auf die Dauer niemanden. Vikar Becker, der mit der Erlaubnis zur Feier einer Messe am Sonntag in Sülz anfing, weitete sowohl sein Angebot an Messen als auch seine Tätigkeit in der Seelsorge stetig und durch die zunehmende Anzahl an Gläubigen dazu auch ausdrücklich gezwungen auf, nahm seiner "Mutterpfarrei" Kriel die manche Aufgabe auch gegen deren Willen ab und schuf sich dabei nicht nur Freunde; immerhin mussten die Gläubigen Kirchensteuer an die Mutterpfarrei zahlen und wollten ihre Pfennige lieber in ihrem Viertel angelegt sehen. Zum 29. Juni 1892 wurde die "Nebenkirche Sülz" nach jahrelangen zähen Verhandlungen mit Kriel zur Pfarrkirche erhoben. Doch war die Kirche schon zu klein geworden, und ein Neubau musste her. Die Sülzer Bürger griffen wieder tief in ihre Taschen und ermöglichten in der Zeit von 1903 bis 1909 auf einem Acker an der heutigen Berrenrather Straße den Bau einer großzügigen neoromanischen Pfarrkirche mit schlankem Turm und gehobener Ausstattung; der "Sülzer Dom" erhielt drei großartige Mosaike und eine komplette Ausmalung aller Wände. Und diese Kirche wurde gut genutzt: Der Pfarrer und bis zu sechs Kapläne feierten sonn- und feiertags von morgens kurz nach 5 Uhr bis mittags um 12 sechs bis zu acht Messen, wobei die Kirche zumeist überfüllt war und viele Menschen draußen stehen mussten. Zu den weiteren Aufgaben der Pfarre gehörten die Einzelseelsorge am Menschen, die Erteilung des Religionsunterrichts an den Sülzer Schulen, die Betreuung der Arbeiter und vor allem der Jugendlichen. Nach 1900 bildete sich ein reiches Vereinswesen für alle möglichen Zielgruppen. Zum Teil konnten die Vereine eine beachtliche Wirksamkeit entfalten; so engagierte sich der Arbeiterverein im sozialen Wohnungsbau und gab den Anstoß zum Bau von rund 50 Wohnungen im Gebiet Gustavstraße/Rupprechtstraße, die noch heute im Besitz der Pfarrei stehen und vielen Familien preiswerten Lebensraum bieten.