Der neue Kölner Dompropst Msgr. Guido Assmann
Der neue Kölner Dompropst Msgr. Guido Assmann
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann im Gespräch mit Chefredakteur Brüggenjürgen
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln
Dompropst Assmann auf dem Weg nach Köln

20.09.2020 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom mit Einführung des neuen Dompropstes Guido Assmann neuer Hausherr am Kölner Dom

Guido Assmann ist neuer Hausherr am Kölner Dom. Bei einem Gottesdienst am Sonntag in der Kathedrale führte ihn Domdechant Robert Kleine in sein Amt als Dompropst ein. In seiner Predigt rief Assmann zum Engagement in der Kirche auf.

Gott brauche glaubwürdige Menschen, die für seine Botschaft einstehen - ob in der Zuwendung zum Notleidenden oder bei der Gestaltung von Gottesdiensten. Er selbst wolle in seinem neuen Amt "mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben" und bitte gegebenenfalls um Korrektur. Assmann bat um das Gebet, "dass der Dom auch weiterhin einladend bleibt, so einladend wie Gott ist".

Wie der Weinbergbesitzer im Evangelium suche auch Gott "Arbeiter für seinen Weinberg, Arbeiter für eine gerechte Welt," erklärte Assmann. Gott sage zu jedem: "Ich brauche dich."

Der neue Dompropst

Das Domkapitel hatte den früheren Oberpfarrer der Neusser Basilika Sankt Quirin und Neusser Kreisdechanten Ende Mai zum Nachfolger von Gerd Bachner gewählt. Dieser war mit Vollendung seines 75. Lebensjahres im April aus dem Amt geschieden.

Der Dompropst leitet das Domkapitel, das sich um den Erhalt der Kathedrale und die Gottesdienste dort kümmert. Zudem berät es den Kölner Erzbischof. Wenn dieser zurücktritt oder stirbt, macht das Domkapitel dem Vatikan Vorschläge für seine Nachfolge und wählt am Ende des Berufungsverfahrens einen Kandidaten aus einer Dreierliste des Papstes. Der Dompropst ist auch Chef der Dombauhütte mit rund 100 Mitarbeitern.

Assmann wurde 1964 in Radevormwald geboren und empfing 1990 die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Eitorf und Köln-Klettenberg war er von 1998 bis 2007 leitender Pfarrer in Dormagen-Süd. 2000 wurde er zum Dechanten in Dormagen ernannt. 2007 wechselte er als Pfarrer an das Quirinusmünster in Neuss und wurde Kreisdechant. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung des Pfarrverbandes Neuss-Mitte. Seit 2017 war Assmann nichtresidierender Domkapitular. Bereits 2005 hatte ihn Papst Benedikt XVI. zum "Kaplan Seiner Heiligkeit" mit dem Titel Monsignore ernannt.

Übertragung

DOMRADIO.DE übertrug am fünfundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Dompropst Guido Assmann. Es sang der Kölner Domchor unter der Leiung von Eberhard Metternich und Gregor Loers. An der Orgel: Winfried Krane

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Mt 20,1-16)
von Hans Urs von Balthasar

Jenseits der Gerechtigkeit.
Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg ist wohl zu beachten, was gezeigt werden soll: dass Gott in seiner freien Güte das Maß der zumessenden Gerechtigkeit sehr wohl überschreiten kann und es auch in einem fort tut. Die Freiheit wird betont: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will?“ Und ebenso die Güte: „Oder bist du neidisch, weil ich gütig bin?“ („zu andern“ steht nicht im Text). Man kann das Gleichnis gewiss auf das Judentum und das Heidentum anwenden: die Juden haben vom frühen Morgen an gearbeitet, die Heiden kamen in elfter Stunde hinzu. Aber faktisch erhalten beide ihren Lohn gemäß einer freien und übermäßigen Güte Gottes, denn der ganze Bund mit Israel war ja schon Ausdruck eines freien und überschwänglich gütigen Verhaltens Gottes. Aber das Gleichnis ist für jede Zeit und jedes Volk, das den Grundgedanken Jesu auffassen will, bedeutsam. Gott hat immer schon die Ebene der bloßen distributiven Gerechtigkeit (Verteilungsgerechtigkeit) überschritten und fordert deshalb in Christus auf, es ebenfalls zu tun: „Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen“ (Mt 5,20). 

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. September 2020

(KNA, DR)