20.02.2018 - 07:30

Eucharistiefeier in Ingolstädter Sankt Moritz-Kirche "Gott als Lebensanker"

Mit einer Eucharistiefeier in der Ingolstädter Sankt Moritz-Kirche haben die deutschen Bischöfe den zweiten Tag ihrer Beratungen begonnen. Der Kölner Erzbischof Woelki warnte die katholische Kirche vor "Geltungssucht und Machtstreben".

"Die Wahrheit unseres Lebens werden wir nur und ausschließlich im Blick auf Gott erfahren", betonte Woelki in seiner Predigt. Wo Gott dagegen im Hintergrund belassen oder gar verlassen werde, herrsche Selbstsucht.

"Alle Erneuerung, die unseres persönlichen Lebens wie auch die der Kirche insgesamt, beginnt mit der Breitschaft zur Umkehr und der Hinwendung zum Herrn", betonte der Kölner Erzbischof. Es gehe auch um die Absage an die Versuchung, selbst "Herren der Kirche" zu werden.

"Umkehr zu Gott"

Auch mit Blick auf die Kirche als Ganzes warnte Woelki, sich nicht durch Geltungssucht und Machtstreben verführen zu lassen. Die österliche Bußzeit lade auch deshalb ein, "umzukehren zu Gott, um unser persönliches und kirchliches Leben allein in ihm zu verankern". 

Auch Jesus habe sich ganz dem Willen des Vaters hingegeben und den Menschen so eine Antwort darauf gegeben, wie sie selbst den Versuchungen ihres Lebens widerstehen könnten, sagte Woelki in der Ingolstädter Sankt Moritz-Kirche. 

An der Vollversammlung vom 19. bis 22. Februar 2018 im Hotel NH Ingolstadt nehmen 64 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Jugend im Mittelpunkt

Am heutigen zweiten Tag ihrer Beratungen stellen die Bischöfe das Thema Jugend in den Mittelpunkt. Unter anderem werden sie ihre drei Vertreter für die Jugendsynode im Oktober in Rom wählen. Sie werden vom Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, dem Passauer Bischof Stefan Oster, vorgestellt.

Außerdem will Oster die Planungen zur Internationalen Ministrantenwallfahrt im Sommer nach Rom präsentieren. Zu ihr werden allein aus Deutschland mehr als 50.000 Teilnehmer erwartet.

Beratungsthema Flüchtlingsarbeit

In den kommenden Tagen befassen sich die Bischöfe außerdem mit den Verständnisgrundlagen des Dialogs mit den Kirchen in Mittel- und Osteuropa, den Vorbereitungen für die Bischofssynode im Oktober 2018 in Rom sowie aktuellen Fragen der Flüchtlingsarbeit und einem Bericht über Art und Umfang der kirchlichen Flüchtlingshilfe im Jahr 2017.

Die Entwicklungen in der Notfallseelsorge sowie der weitere Umgang mit der Schöpfungs- und Sozialenzyklika Laudato si von Papst Franziskus stehen ebenfalls auf der Tagesordnung.

(DR, DBK, KNA)