04.11.2011 - 08:30

Erste Würzburger Schiffswallfahrt nach Köln endet mit Gottesdienst Teilnahme, nicht Rückzug

Auswärtsspiel an alter Heimstätte: Eine aktive Teilnahme am Leben hat der ehemalige Weihbischof im Erzbistum Köln und Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Sonntag im Kölner Dom gefordert. Der Gottesdienst war der Abschluss der ersten Schiffswallfahrt der Diözese Würzburg zum Schrein der heiligen Drei Könige.

Hofmann erinnerte in seiner Predigt an die Berliner und Freiburger Reden von Papst Benedikt XVI. bei dessen Deutschlandbesuch. So habe der Heilige Vater mit seinem Appell für eine "Entweltlichung" der Kirche nicht den Rückzug der Christen aus dem gesellschaftlichen Leben gefordert, diese Vorstellung geistere seit September wie eine dunkle Wolke über ihren Köpfen. Vielmehr sei es ein Plädoyer für eine noch aktivere Teilnahme gewesen.

Als Christen seien wir aufgerufen, ethische Werte zu verkünden. "Nicht gegen, sondern mit den anderen." Es gehe darum, die gegenwärtigen Krisen gemeinsam zu bewältigen. Dies sei Wissenschaft und Politik alleine nicht möglich, denn, so Hofmann, "so sehr die Politik auf ethische Grundlagen angewiesen ist, so wenig kann sie sie aus sich hervorbringen".

Die erste Würzburger Schiffswallfahrt nach Köln
Mit einem Pontifikalgottesdienst in der Neumünsterkirche hatte am Allerseelentag die erste Schiffswallfahrt der Diözese Würzburg zum Schrein der heiligen Drei Könige in Köln begonnen. "Voll Freude haben wir den Tag der Abfahrt erwartet. Die Wallfahrt soll deutlich machen: Unser Leben ist ein Unterwegssein zu Gott", sagte Bischof Dr. Friedhelm Hofmann. Die bevorstehende Fahrt sei keine Vergnügungs-, sondern eine Pilgerreise.

Die im Kölner Dom verehrten Reliquien der Drei Könige seien so bedeutend, weil diese die ersten christlichen Pilger waren, betonte der Bischof in seiner Predigt. Sie hätten sich auf den Weg gemacht, unterwegs viel gefragt und schließlich das göttliche Kind gefunden und es angebetet. Viele Menschen spürten heute die Nähe Gottes nicht mehr, aber sie seien auf der Suche. "Bitten wir Gott, dass auch wir ihm auf dieser Pilgerfahrt näher kommen." Es sei ein Hoffnungszeichen, dass in der gegenwärtigen Krisenzeit die Menschen weltweit wieder verstärkt pilgerten, erklärte der Bischof.

Die Würzburger Diözesanwallfahrt auf Main und Rhein nach Köln stand unter dem Motto "Ein Schiff, das sich Diözese nennt". Auf dem Weg fanden unter anderem Eucharistiefeiern auf dem Engelberg bei Miltenberg sowie im Mainzer Dom mit einer persönlichen Begrüßung durch Karl Kardinal Lehmann statt. Nach dem Gottesdienst in Köln geht es mit Bussen wieder zurück ins Frankenland.