Christine Hölscher übernimmt Gemeindeleitung im Bistum Osnabrück
Osnabrücker Dom

04.11.2018 - 10:00

Eröffnung der Diaspora-Aktion 2018 aus dem Osnabrücker Dom Eröffnung der Diaspora-Aktion 2018

DOMRADIO.DE übertrug das Pontifikalamt zur Eröffnung der Diaspora-Aktion 2018. In seiner Predigt würdigte der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe das Wirken des Bonifatiuswerks, besonders das Engagement des Hilfswerks für die Jugend.

In seiner Predigt zur Eröffnung der Diaspora-Aktion 2018 erzählt Weihbischof Johannes Wübbe von einer Erfahrung während der Jugendsynode in Rom, an der er als einer der deutschen Delegierten der Bischofskonferenz teilgenommen hat. Eine pastorale Mitarbeiterin erzählte ihm von einer Jugendlichen, die gerne getauft werden möchte, um "dazu zu gehören". Die pastorale Mitarbeiterin wurde von der jungen Frau gefragt, was sie persönlich an Jesus faszinieren würde. Diese unvoreingenommenen Fragen und die offene Art erinnern Weihbischof Wübbe die christliche Identität, die sich nicht von der Beziehung zu Jesus Christus trennen lasse.

Liebe in Freiheit

Diese Verbundenheit zeige auch die erste Lesung des heutigen Sonntags, "die besondere Beziehung des Volkes Israel zu Gott", so Wübbe. "Wer den Kontext etwas kennt, der weiß, dass diese Beziehung von Beginn an eine leidenschaftliche war und ist, weil sie die Qualität einer intensiven Liebesbeziehung hat – mit all‘ dem, was dazu gehört, wenn sich Liebende in Freiheit begegnen." 

Wübbe zitiert in seiner Predigt Pater Maximilian Kolbe, der das Wesentliche einer solchen Liebesbeziehung wie folgt beschrieben hat: "Zur Liebe kann man niemand zwingen. Nur Liebe selbst weckt Gegenliebe. Auf solche Weise wollte Gott den Menschen erobern. Daran denken, wie Gott uns liebte, ist der beste Weg, um Gott zu lieben."

Was bedeutet der Glaube für den Umgang mit dem Nächsten?

Im Evangelium des heutigen Sonntags mache Jesus unmissverständlich klar, was die Identität eines Menschen ausmache, der an Gott glaubt: in jeder Situation neu zu fragen, was dieser Glaube für den Umgang mit dem Nächsten, der mir gerade begegnet, konkret bedeutet. Im Blick auf die Diaspora, für die sich das Bonifatiuswerk einsetzt, sei einerseits die Zerstreuung der Glaubenden eines der Kennzeichen des Kircheseins weltweit. Andererseits habe aber diese Diaspora auch die Bedeutung, dass Christinnen und Christen ihren Glauben frei leben können, auch wenn sie statistisch in der Minderheit seien. 

Das Bonifatiuswerk suchte oft nach Wegen, wie sie gesamtgesellschaftlich wirksam werden können. Anderswo sei die Zerstreuung der Katholiken das Ergebnis von Unterdrückung und Verfolgung. Hier bestehe die Herausforderung darin, am Glauben auch angesichts von Bedrohungen festzuhalten. Und in vielen Ländern Europas betrachteten sich immer noch viele Menschen zwar als Christen, jedoch müsse hier die Kirche ihr Selbstverständnis überprüfen, damit Glaube eine ernsthafte Option im Alltag sein könne, so Wübbe. 

Herausforderung besonders für junge Menschen

Er hat auf der Synode wahrgenommen, dass von ganz verschiedenen Formen der Diaspora alle Generationen betroffen seien, dass sie aber besonders die jungen Menschen bei ihrem Hineinwachsen in den Glauben herausfordern würden. Es sei deshalb gut und richtig, dass das Bonifatiuswerk sich in den vergangenen Jahren zunehmend mit seiner wertvollen Arbeit auf junge Menschen konzentriert habe. Ebenso hätten die Projekte des Bonifatiuswerks eine größere Vielfalt bekommen, um den verschiedenen Diasporasituationen gerecht werden zu können.

DOMRADIO.DE übertrug am Sonntag das Pontifikalamt zur Eröffnung der Diaspora-Aktion 2018 aus dem Osnabrücker Dom mit Weihbischof Johannes Wübbe. Das Leitwort lautet: "Unsere Identität: Christus bezeugen" und lenkt den Fokus auf die Herausforderung sich des eigenen Glaubens zu vergewissern. In dem Eröffnungs-Pontifikalamt sangen der Knabenchor und die Mädchenkantorei am Osnabrücker Dom zusammen mit den Frauenstimmen des Osnabrücker Jugendchores unter der Leitung von Clemens Breitschaft. An der Orgel spielte Dominique Sauer.

Wübbe hielt den Gottesdienst in Vertretung für den erkrankten Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. An der Feier nahmen auch der Bischof von Tromsö (Norwegen), Berislav Grgic, sein Amtskollege aus Tallinn (Estland), Philippe Jourdan, sowie der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt und der Generalsekretär des Bonifatiuswerks Monsignore Georg Austen teil. Das Land Niedersachsen wurde von Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) vertreten.

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben. Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. In ihrem Aufruf zum Diaspora-Sonntag 2018 schreiben die deutschen Bischöfe: "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben', heißt es in der Apostelgeschichte (Apg 4,20). Zu allen Zeiten gilt: Als Christen sind wir herausgefordert, eine Antwort auf die Frage zu geben, wer wir sind, woran wir glauben und wem wir vertrauen." Deshalb kommen die Kollekten in den Gottesdiensten des Diaspora-Sonntags (18. November) vollständig dem Bonifatiuswerk zugute.

(DR, KNA)