Kardinal Woelki und die neuen Priester
Kardinal Woelki und die neuen Priester
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom
Priesterweihe im Kölner Dom

03.06.2016 - 16:00

Kardinal Woelki weiht fünf Diakone zu Priestern Einfachheit, Bescheidenheit und Barmherzigkeit

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat am Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu im Kölner Dom fünf Diakonen die Priesterweihe gespendet. Die angehenden Priester rief er zu Einfachheit, Bescheidenheit und Barmherzigkeit auf.

Fünf Diakone wurden am Freitag im vollbesetzten Kölner Dom durch den Kölner Erzbischof zu Priestern geweiht: Hrvoje Bušic, aus Karlovac in Kroatien, eingesetzt im Seelsorgebereich Bergheim-Ost, Javier del Rio Blay aus Valencia, eingesetzt im Seelsorgebereich Geistingen/Hennef/Rott, Dr. Alexander Krylov, eingesetzt im Seelsorgebereich Kaarst/Büttgen, Pawel Karol Milerski, geboren in Warschau, Polen, eingesetzt im Seelsorgebereich Barmen-Nordost, und Dominik Johannes Rieder aus Landau in der Pfalz, eingesetzt im Seelsorgebereich Bornheim – An Rhein und Vorgebirge. Von den fünf neuen Priestern im Erzbistum Köln kommen vier aus dem Erzbischöflichen Missionarischen Priesterseminar Redemptoris Mater Köln und einer aus dem Erzbischöflichen Priesterseminar in Köln.

Priesteramt keine 37,5 Stunden-Woche

In seiner Predigt vor der Weihe betonte Kardinal Woelki, das Bild vom Guten Hirten sei der bleibende Grund und Maßstab allen priesterlichen Dienstes. Dabei verwies er auf das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Gott liebe gerade den Einzelnen. Ihm gehe es nicht nur um die Menschheit im Gesamten, sondern um den einzelnen Menschen, um das eine verlorene Schaf. Menschlich gesehen sei das völlig unvernünftig, so Woelki. Und doch seien Kirche und ihre Priester dafür da, keinen einzigen Menschen verlorengehen zu lassen.

Die kommenden Priester erinnerte der Erzbischof an die Verpflichtung, ihr gesamtes Leben und ihre gesamte Kraft in den Dienst der Kirche zu stellen. Der priesterliche Dienst, die Verkündigung des Evangeliums, die Feier der Eucharistie und der Sakramente sowie die Sorge um die Armen und Kranken seien nicht mit einer 37,5-Stunden-Woche zu vereinbaren, so Woelki weiter. Es sei die Berufung und Sendung der Priester, die Liebe des Guten Hirten hinzutragen zu den Menschen.

Bereits seit zwei Jahren arbeiten die jungen Männer in ihren Ausbildungsgemeinden. Auch nach der Priesterweihe werden sie als Neupriester für ein Jahr dort eingesetzt. Das Neupriesterjahr ist eine Besonderheit der Priesterausbildung des Erzbistums Köln. In vielen Diözesen endet die Ausbildung mit der Priesterweihe und die Neugeweihten werden direkt auf die erste Planstelle versetzt, in der sie nun vollständig eigenständig agieren. Die Kölner Neupriester bleiben noch in ihrer Ausbildungsgemeinde und haben so die Gelegenheit, in die noch einmal veränderte Rolle in vertrauter Umgebung hineinzuwachsen. Am Ende dieses Jahres haben sie noch einmal die Gelegenheit, ihre Erfahrungen in einem Ausbildungsblock zu reflektieren und den Theorie-Praxis-Zirkel abzuschließen, bevor sie auf die erste Planstelle versetzt werden.

Einfachheit, Bescheidenheit und mit Barmherzigkeit

Der Erzbischof bezeichnete die Priester als Werkzeug Jesu Christi, "damit dieser durch uns die Werke seines Erbarmens an den armen, hilfs- und erlösungsbedürftigen Menschen wirken kann". Um diesen Auftrag erfüllen zu können, müssten Priester irdischem Reichtum entsagen, Verzicht üben sowie einfach, bescheiden und ohne Ansprüche leben.

In seiner Botschaft an die Weihekandidaten ging Woelki auch auf das Zölibatsversprechen ein. Die Männer hätten sich für die priesterliche Ehelosigkeit entschieden und damit für einen Verzicht auf die eheliche Liebe und die Bindung an eine Frau. Dies bedeute aber nicht, dass die Priester "zu kurz kommen" würden, so Woelki: "Im Gegenteil! Denn der Herr hat sich ja einem jeden von Ihnen mit seiner ganzen Liebe hin geschenkt."

Die Schönheit des Christseins zum Leuchten bringen

Angesichts der immer geringer werdenden Zahlen der Priesteramtskandidaten betonte der Kardinal, die Kirche brauche heutzutage mehr denn je Menschen, die durch ein priesterliches Leben die Liebe und Barmherzigkeit Gottes sowie die Schönheit des Christseins zum Leuchten bringen: "Denn die Menschen brauchten dieses Zeugnis, damit sie sehen, wo sie wahres Glück und bleibende Erfüllung finden können". Davon sei keiner ausgeschlossen, schloss Woelki.

Bei der Zeremonie sangen und musizierten die Chorgemeinschaft an St. Michael, Rheidt-Hüchelhoven, die Chorgemeinschaft Nieder-Oberaußem und der Kirchenchor St. Cäcilia, Glessen sowie Blechbläser unter der Leitung von Stefan Staat. An der Orgel war Matthias Haarmann.

Der Weihegottesdienst in Köln findet traditionell am Herz-Jesu-Fest am dritten Freitag nach Pfingsten statt. Wie in diesem Jahr wurden auch im vergangenen Jahr im Dom fünf Männer geweiht.