Kardinal Woelki spendet das Aschekreuz
Kardinal Woelki spendet das Aschekreuz
Blick auf Groß St. Martin und den Kölner Dom
Blick auf Groß St. Martin und den Kölner Dom
Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit
Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit
Kardinal Woelki spendet das Aschekreuz
Kardinal Woelki spendet das Aschekreuz
Mitglieder des Figuralchors Köln
Mitglieder des Figuralchors Köln

26.02.2020 - 11:00

Aschermittwoch der Künstler in Köln "Der Mensch ist ein Todeskandidat"

Der Kölner Erzbischofs Kardinal Woelki hat sich am Aschermittwoch traditionell an die Künstlerinnen und Künstler im Erzbistum gewandt. In seiner Predigt würdigte er die Rolle der Kunst im Umgang mit Sterblichkeit, Leid und Gotteszweifel.

Bei der Eucharistiefeier aus der Kölner Basilika Groß Sankt Martin sangen die Mitglieder des Figuralchors Köln unter der Leitung von Richard Mailänder. Die Orgel spielte Klaus Wallrath. Kardinal Woelki lud in diesem Jahr zur Feier des Aschermittwochs der Künstlerinnnen und Künstler in Köln zusammen mit Lars Käker und Katja Ploetz ein – stellvertretend für alle Künstlerinnen und Künstler, aus den Bereichen von Architektur und Bildender Kunst, Theater, Film, Musik, Rundfunk, Fernsehen, Kunstwissenschaft, Literatur und Kritik.

Nach dem II. Weltkrieg wurde zum ersten Male auf Anregung von Paul Claudel in Paris ein "Aschermittwoch der Künstler" ins Leben gerufen. Der mit Claudel befreundete zeitgenössische Kölner Stadtdechant Dr. Robert Grosche griff diesen Gedanken auf und regte eine ähnliche Initiative für Köln an.

Inzwischen werden in mehr als hundert Städten der Welt solche Besinnungstage gehalten. Ziel ist eine religiöse Standortbestimmung der Künstler, die Begegnung mit dem jeweiligen Bischof und der Künstler untereinander, das fürbittende Gedenken für die im vergangenen Jahr verstorbenen Künstler und (in Köln seit 1953) das Setzen kultureller Schwerpunkte.

Quelle: https://www.erzbistum-koeln.de/kultur_und_bildung/kuenstler/2020/aschermittwoch-der-kuenstler/

Mit dem Aschermittwoch beginnen die vierzig Tage der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Diese österliche Bußzeit will die Christen dazu anleiten, das eigene Leben zu überdenken und – wo nötig – die Weichen neu zu stellen.

Schon der Prophet Jesaja (58,1–12) legt den eigentlichen Sinn des Fastens dar, wenn er betont, dass es nicht um öffentlich demonstrierte Verzichtleistungen geht, sondern um die innere Erneuerung der Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen, was eine persönliche Umkehr einschließt. Richtig verstanden, meint Fasten ein „Beten mit Leib und Seele“ (Anselm Grün). Das zeigt sich auch in anderen Religionen. 

Die österliche Bußzeit beginnt mit dem Auflegen des Aschenkreuzes. Dabei spricht der Priester: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15) oder: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (Gen 3,19) Die Bezeichnung mit dem Aschenkreuz erinnert an die Erschaffung des Adam (= Erdling) aus dem Erdboden (Gen 2,7), wohin der Mensch einmal zurückkehren wird. Das Zeichen der Asche mahnt uns an die notwendige Läuterung und an die Vergänglichkeit des Lebens. Der Aschermittwoch stellt uns auf einen Weg nach Ostern, der uns bewusst macht, wie hoch der „Preis“ unserer Erlösung war: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3, 6).

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Februar 2020