28.10.2018 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom am Weltmissionssonntag "Dazuzugehören, das kann jeder vermitteln"

Immer am letzten Sonntag im Oktober feiern Katholiken den Weltmissionssonntag, an dem immer wieder neu über solidarisches Handeln nachgedacht wird. Es sei Jesus ein Anliegen gewesen und sollte auch unseres sein, findert Domkapitular Assenmacher.

Die katholische Kirche begeht immer am letzten Sonntag im Oktober den Sonntag der Weltmission – so wie auch an diesem Sonntag. Das Päpstliche Missionswerk Missio schreibt dazu auf seiner Internetseite, dass der Tag die weltweite Gemeinschaft der Kirche ins Bewusstsein rufe. Besonders hervorgehoben werden soll an diesem Tag der Gedanke der Solidarität in der katholischen Kirche.

"Arme habt ihr immer bei euch"

Domkapitular Günter Assenmacher betonte in seiner Predigt am Sonntag im Kölner Dom besonders die Solidarität gegenüber "Menschen, die durch ihre Gebrechen nicht leben können, wie die Gesunden das tun können".

Dabei denkt er auch an den blinden Bettler am Straßenrand von Jericho, den Jesus heilte. Die Bibel-Überlieferung könne die Augen öffnen. Leid und Not am Straßenrand gab es zu Zeiten Jesu, aber auch heute noch. Jesus war dieser Mann wichtig.

Damals habe Christus der Herr gesagt. "Arme habt Ihr immer bei Euch."  Sie wollten nicht nur etwas nach Hause bringen, wenn sie den ganzen Tag an der Straße gesessen haben. Sondern sie wollten das Gefühl haben, dazuzugehören.

Der Dichter Rilke hatte einer Bettlerin in Paris, die immerzu die Hand aufhielt ohne den Blick zu heben, wenn jemand etwas gab, eine Rose in die Hand gelegt. Da schaute die Frau auf.

"Dazuzugehören, das kann jeder von uns anderen Menschen ohne übermäßigen Aufwand vermittelten"

Der Domkapitular begleitete selbst drei Menschen aus dem näheren Umfeld, die erblindet waren. Er sei erstaunt gewesen, wie sie sich ihrem Schicksal gestellt hätten. "Sie hatten auch gelernt, die Hilfe Dritter anzunehmen", sagt er. "Sie partizipierten am Leben der Anderen. Ganz selten habe ich sie klagen gehört. Sie konnten sich helfen."

"Sich helfen und sich helfen lassen, kann auch die dritte Person, an die ich in dieser Stunde denke." Nicht abgeschrieben und aufgegeben zu sein, das könnten wir allen Menschen geben, egal, ob sie blind, ob sie arm, ob sie gelähmt, ob sie taub, ob sie behindert, ausgestoßen oder alt seien. "Dazuzugehören, das kann jeder von uns anderen Menschen ohne übermäßigen Aufwand vermittelten", sagt Assenmacher resümierend.

DOMRADIO.DE hat am dreißigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Günter Assenmacher übertragen. Es sang der Oldenzaals Latijns Basiliekkor unter der Leitung von Han Schokker. An der Orgel: Winfried Bönig und Dennis Vallenduuk

Die Kollekten in den Gottesdiensten des heutigen Sonntags kommen der Arbeit von Missio zugute. Siehe: https://www.missio-hilft.de/mitmachen/weltmissionssonntag-2018/