Kölner Dom
Kölner Dom

06.12.2020 - 10:00

Zweiter Adventssonntag "Das Wunder überlassen wir dem Herrn"

DOMRADIO.DE übertrug am zweiten Adventssonntag das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom. In seiner Predigt begab sich Weihbischof Dominikus Schwaderlapp gedanklich zum Jordan und zu Johannes dem Täufer, der dort gewirkt hat.

"Schauen wir uns den Boten an, Johannes. Schauen wir uns seine Botschaft an, und schauen wir uns das Volk an, das dort hinkommt", begann Weihbischof Schwaderlapp seine Predigt. Johannes sei nicht nur jemand, der von Gott redet, sondern die Botschaft selbst in Person, ein "echter Zeuge". 

Das Bild des Johannes könne die Menschen heute, so Schwaderlapp weiter, bedrücken und niederschmettern. "Wer von uns will nun allen Ernstes mit Kamelhaarfell durch die Gegen laufen und sich von wildem Honig und Heuschrecken ernähren? Haben wir überhaupt noch eine Chance, das Evangelium zu verkünden, wenn wir nicht so wie der heilige Johannes der Täufer leben?"

Motivation statt Entmutigung

Die Menschen heute hätten gegenüber dem Heiligen einen entscheidenden Vorteil, so Schwaderlapp weiter. "Johannes wies auf jemanden hin, der noch kommt: der Messias. Wir wissen, dass der Messias da ist. Johannes taufte mit Wasser als Zeichen der Umkehr und der Vergebung. Wir sind mit dem heiligen Geist getauft. Uns ist diese Vergebung geschenkt." Gott sei in unser Leben eingestiegen, wir müssten ihm nur Hand und Stimme leihen. 

Für diese Tatsache sei das Wunder der Hochzeit zu Kana wichtig, so der Weihbischof: "Die Krüge mit Wasser zu füllen, darin sehe ich als meine Aufgabe. Das Wunder, das muss der Herr machen". Man solle sich also nicht durch Johannes den Täufer niederdrücken lassen, sondern sich eher motivieren lassen, Zeuge zu sein. "Das Wunder überlassen wir dem Herrn", so Schwaderlapp. 

"Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!" (Mk 1,3)

Zum Evangelium (Mk 1,1-8)

Das Wort "Evangelium" bedeutet Frohe Botschaft: die Gute Nachricht von Jesus, dem Christus, dem verheißenen Retter, Gottessohn und Menschensohn. Er selbst in seiner Person ist das Evangelium Gottes; in seinem Wort und seiner Tat spricht Gott die Menschen an. Johannes der Täufer war sein Vorbote und Wegbereiter; er trat als Prophet auf, herb und streng, aber demütig sich beugend vor dem Größeren, der nach ihm kam. 

Aus: Schott-Messbuch für die Sonn- und Festtage des Lesjahres B