Der Dom St. Salvator zu Fulda
Der Dom St. Salvator zu Fulda
Bischof Stefan Oster
Stefan Oster, Bischof von Passau
Bronzedenkmal des heiligen Bonifatius in Fulda
Bronzedenkmal des heiligen Bonifatius in Fulda
Dom zu Fulda: Die Vollversammlung neigt sich dem Ende zu
Dom zu Fulda: Die Vollversammlung neigt sich dem Ende zu

26.09.2019 - 18:00

Pontifikalvesper im Dom zu Fulda Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz

Zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz feierten die Bischöfe eine Vesper im Fuldaer Dom. Dabei hat Bischof Stefan Oster alle Katholiken in Deutschland aufgerufen, am "synodalen Weg" mitzuwirken.

Im Abschlussgottesdienst der Herbstvollversammlung in Fulda äußerte Oster in seiner Predigt am Donnerstagabend den Wunsch, "dass wir ernsthaft und aufrichtig miteinander an einem neuen Erscheinungsbild unserer Kirche arbeiten". Dazu gehöre, sich gegenseitig zu unterstellen, "dass jeder für die Kirche und die Menschen das Gute will, dass wir ernsthaft und demütig die Meinung des anderen anhören und respektieren".

Zugleich gilt es laut Oster für die deutsche Kirche, "als Teil des ganzen Gottesvolkes unter der Leitung von Papst Franziskus zu lernen", was "letztlich richtig, was möglich ist". Oster räumte ein, die Kirche gehe derzeit "durch jede Menge Herausforderungen und Prüfungen", die das Glauben "nicht nur leicht machen". Als Beispiel nannte er die Erkenntnisse der Missbrauchsstudie.

Junge Menschen nähmen Kirche vielfach "als skandalisiert wahr oder als von gestern oder als eine schräge Organisation mit Verbotsmoral und unverständlichen Glaubensvorschriften". Es gelinge der Kirche "eher dürftig", jungen Menschen zu zeigen, dass die Christen bei allen Problemen "voll Freude" seien. Trotzdem bleibe die Kirche auch in der Krise der Ort der Gegenwart Gottes, so Oster.

Die Vesper zelebrierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx. Es sang der Domchor Fulda unter der Leitung von Franz-Peter Huber. Die Orgel spielte Hans-Jürgen Kaiser.

Frauen demonstieren für mehr Rechte in der katholischen Kirche

Vor dem Abschlussgottesdienst haben rund 120 Frauen am Donnerstagabend für mehr Rechte demonstriert. Sie waren mit Plakaten, Trommeln sowie Topfdeckeln und Kochlöffeln durch die Fuldaer Innenstadt zum Dom gezogen. Auf den Transparenten stand beispielsweise "Auftreten statt austreten" und "Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten noch Zeit".

Vor dem Dom sprachen die Bischöfe Michael Gerber, Ludger Schepers und Franz-Josef Bode mit den Demonstrantinnen. Bode nannte das Thema Frauen "die wichtigste und die herausforderndste Frage" beim "synodalen Weg" der deutschen katholischen Kirche. Mit Buhrufen quittierten die Demonstrantinnen, dass Bode mit Blick auf eine Weihe von Frauen zu Diakoninnen oder Priesterinnen einen deutschen Sonderweg ausschloss.

Herbstvollversammlung traditionell in Fulda

Zur Vollversammlung, dem obersten Gremium der Deutschen Bischofskonferenz, treffen sich alle katholischen Orts- und Weihbischöfe in Deutschland und der Apostolische Exarch der Ukrainer regelmäßig im Frühjahr und im Herbst. An vier Tagen werden zahlreiche Gespräche geführt, Beschlüsse gefasst und Arbeitssitzungen abgehalten. Die Vollversammlung, die nicht öffentlich stattfindet, ist das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland. Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 69 (Stand: September 2019).

Im Mittelpunkt der Beratungen dieser Herbst-Vollversammlung standen die Vorbereitungen des von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Synodalen Weges. In diesem Zusammenhang erörterten die Bischöfe inhaltliche Aspekte des Briefes von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019. Außerdem wurde ein Jahr nach der Veröffentlichung der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) über den Stand der Aufklärung und Aufarbeitung berichtet. Dazu gehören auch Fragen einer Neuordnung der materiellen Anerkennung erlittenen Leids. Weitere Themen waren die politischen Entwicklungen in Deutschland nach den jüngsten Landtagswahlen, die Klimadebatte und die bevorstehende Sonderversammlung der Bischofssynode für die Pan-Amazonas-Region, die im Oktober in Rom stattfindet. Auch auf dieser Vollversammlung spielte das Engagement der Kirche für Flüchtlinge eine Rolle.

Quelle: https://www.dbk.de/themen/vollversammlung/

(KNA)