17.12.2012 - 18:00

Gedanken zum Advent Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg)

Auch 2012 haben deutsche Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe für domradio.de ihre Gedanken zum Advent aufgezeichnet. Heute mit Erzbischof Ludwig Schick aus dem Erzbistum Bamberg.

Mein Name ist Ludwig Schick, ich bin Erzbischof in Bamberg. Der Advent ist für mich auch eine Zeit der Erinnerung. Jedes Jahr erinnere ich mich im Advent an vieles Schöne, was ich in meinem Leben, in der Kindheit, in der Jugend, in der Erwachsenenzeit erfahren habe. Und ich nehme mir auch jeden Tag ein wenig Zeit mich an solches Schöne, Frohe, Gute zu erinnern. Zum Beispiel an die Geschenke, die wir als Kinder gebastelt haben, für die Eltern, für die Geschwister und für Verwandte. Geld war damals knapp. Die Geschenke wurden selbst gebastelt, gekauft werden konnte kaum etwas. Oder an das Aufstellen der Krippe. Ich erinnere mich aber auch an die Bemühungen in der Adventszeit besonders lieb zu sein. Jeden Streit zu vermeiden. Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens, das sollte vorbereitet werden durch Wohlverhalten und Harmonie. Ich erinnere mich auch daran, dass wir von den wenigen Groschen und Pfennigen, die wir damals hatten oder bekamen, immer etwas in das Pappkästchen gelegt werden musste. Das haben wir dann an Weihnachten, am zweiten Weihnachtsfeiertag in die Andacht mitgenommen, das wurde dann eingesammelt und wir Kinder wurden gesegnet. Und da musste etwas drin sein, das musste man klappern hören, sonst war man blamiert vor den anderen. Die Adventszeit ist auch in der Kirche eine Zeit des Erinnerns. Die Lesung, die Evangelien erinnern an die Erwartung des Messias im jüdischen Volk, an die Hoffnungen, die sich damit verknüpften, dass Gott zu ihnen kommt, dass Gott Mensch wird, dass sich dadurch das Leben verändert. Erinnern ist wichtig. Und Erinnern verändert auch das Leben. Wer sich an Gutes und Schönes, das er erfahren hat im familiären Bereich, aber auch in der Kirche, in seinen Beziehungen zu Gott. Wer sich an das Gute erinnert, das auch an Weihnachten in die Welt gekommen ist, durch die Menschwerdung Gottes in Bethlehem. Für den wird das Leben wertvoller, fruchtbarer, schöner. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete, frohmachende Adventszeit, die in der Erinnerung an das Gute, das Gute in Ihnen und um Sie fördert.