Kölner Dom
Kölner Dom

28.06.2020 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis

Im Pontifikalamt am dreizehnten Sonntag im Jahreskreis nimmt der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp in seiner Predigt die Liebe zu Jesus Christus, die Leidensgemeinschaft als Jünger und die Lebensgemeinschaft mit Christus in den Blick.

Es gibt Erlebnisse, die vergisst man nicht so leicht. So erinnert sich Weihbischof Schwaderlapp an eine Begegnung mit einer jungen Mutter, die einem Freund aus der Kaplanszeit ein Kind geboren hatte. Mutter und Kind – erschöpft, aber voll Liebe und selig.

Auf der anderen Seite dieser Erfahrungen stehe der Tod der eigenen Eltern. Es gehöre zu den bittersten Erfahrungen, die eigenen Eltern zu verlieren.

Die Eltern-Kind-Bindungen seien die engsten Beziehungen, die wir kennen. Im Evangelium aber heiße es, "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert". Nur weil Jesus der Sohn Gottes sei, könne man diese Worte überhaupt ertragen. Jesus wolle die erste Rolle "in meinem Leben spielen".

Liebe bedeute, "Zeit miteinander zu verbringen" und "miteinander im Dialog zu sein" und "einander zuzuhören", so Schwaderlapp weiter. Auch Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und gehörten dazu. Liebe sei etwas Besonderes, "Liebe sucht Einheit!" – und gebe sich nicht mit weniger zufrieden. So sei es auch mit der Liebe zu Christus. Die Einheit mit Christus zu leben, sei unsere Berufung.

Weihbischof Schwaderlapp erzählt nun von seinen Erlebnissen beim Weltjugendtag in Krakau. Als er mit einigen Jugendlichen dort unterwegs war, wurden christliche Lieder gesungen – und dann, auch die Hymne des 1. FC Köln, allerdings mit einem Unterschied. Statt "FC Kölle" sei jeweils "Jesus Christus" ersetzt worden, und das Lied so zu einem wunderschönen Liebeslied für Jesus Christus geworden: "Wir stehen zu Dir, Jesus Christus!"

In seiner Studienzeit habe er Jesus Christus lieben wollen, dies aber als schwer empfunden. Der Beichtvater aber, dem er dies mitteilte, entgegnete: "Wenn Du Jesus Christus lieben willst, dann liebst du ihn schon!"

Leidensgemeinschaft der Jünger

Im Folgenden widmet sich der Kölner Weibischof der Leidensgemeinschaft der Jünger und stellt fest, beim Leben als Jünger sei vermutlich die eigene Bequemlichkeit der größte Feind.

Sehr bewegt habe ihn daher die Bereitschaft eines fast 90-jährigen Mitbruders, der bei Exerzitien noch immer bereit war, neue Ideen für seine Gottesbeziehung aufzunehmen.

Auf der Suche nach Glück neige der Mensch dazu, immer mehr das eigene Ich ins Zentrum zu stellen: "Je mehr Ich, desto mehr Glück" sei aber eine große Illusion, denn das eigene Ich sei unersättlich und wolle "immer mehr" – und sich schließlich als Abbild Gottes am Urbild, an Gott selbst, orientieren.

Gott können wir aber nur erreichen, nicht indem wir immer mehr haben wollen, sondern indem wir  "immer mehr uns verschenken", so Weihbischof Schwaderlapp. Das bedeute Leidensgemeinschaft als Jünger.

Lebensgemeinschaft mit Christus

In seiner Kaplanszeit war er verantwortlich für die Messdiener der Pfarrei. Und als ein Gemeindemitglied sich über die Messdiener beschwerte, da stellte er sich vor sie und verteidigte sie. Gott tue dies wahrhaftig, er stelle sich hinter uns, und schenke damit Sicherheit und Geborgenheit, sagt Weihbischof Schwaderlapp.

"Christsein bedeutet Jünger sein!" – und das bedeute, in der Liebesgemeinschaft, in der Leidensgemeinschaft und Lebensgemeinschaft mit Christus zu leben, stellt der Kölner Weihbischof fest: "Wer sein Leben an Christus verliert, der wird es finden! Das ist die Botschaft des Evangeliums!"

Übertragung

DOMRADIO.DE übertrug am dreizehnten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weibischof Dominikus Schwaderlapp. Es sang das Quartett 1 der Domkantorei Köln. Kantor war Winfried Krane. An der Orgel: Winfried Bönig

"Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen." (Mt 10,42)

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Mt 10,37-42)
von Hans Urs von Balthasar

Indem einer, wie der zweite Teil des Evangeliums auffordert, einen Boten Gottes aufzunehmen bereit ist – sei er „Prophet“ oder „Gerechter“ oder sonst ein „geringer“ „Jünger“ Christi (und wer gehört nicht zu diesen „Kleinen“?) –, der erhält an seiner Gnade Anteil. Das soll der Aufnehmende wie auch der Aufgenommene wissen. Der letztere strahlt etwas von seiner Sendungsgnade aus, wo immer ihm Gelegenheit dazu geboten wird. Ein wundervolles Beispiel dafür liefert die 1. Lesung dieses Sonntags (2 Kön 4,8-11.14-16a): die Frau in Schunem, die den Propheten Elischa aufnimmt und ihm gar ein bleibendes Zimmer bereitet, erhält das Unverhoffteste von ihm: trotz des Alters ihres Mannes einen Sohn. Die Fruchtbarkeit der prophetischen Sendung wirkt sich alttestamentlich in dieser leiblichen Fruchtbarkeit der aufnehmenden Frau aus. Im Neuen Bund kann das Geschenk das noch größerer geistlicher Fruchtbarkeit sein.

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Juni 2020

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