Hände eines alten Menschen
Hände eines alten Menschen
Kaplan Thomas Hufschmidt
Kaplan Thomas Hufschmidt

13.03.2018 - 07:10

Fastenimpuls von Kaplan Thomas Hufschmidt Dienstag der vierten Fastenwoche

Jeden Tag ein Impuls: Mit Kaplan Thomas Hufschmidt aus der Pfarreiengemeinschaft Sinzig durch die Fastenzeit.

Joh 5,1-16

Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.

Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

Impuls:

Die Begegnung mit Jesus verändert. Wer ihn einmal wirklich erkannt hat, kommt so schnell nicht mehr von ihm los. Liebe Mitchristen, so könnte man eine Quintessenz des Evangeliums formulieren. Jedenfalls scheint es so, wenn wir uns einmal diesen geheilten Mann anschauen.

Jesus geht auf ihn zu, pickt ihn sich sozusagen heraus aus den vielen Kranken, die am Teich von Betesda liegen. Warum genau, wissen wir nicht. Er spricht ihn an. Der Mann nimmt seine Bahre und geht. Die Begegnung mit Jesus scheint den Mann jedenfalls nicht nur rein körperlich verändert zu haben, sondern auch seinen Glauben. Jedenfalls finde ich es auffällig, dass seine zweite Begegnung mit Jesus im Tempel stattfindet. Er scheint einen inneren Drang verspürt zu haben in den Tempel zu gehen.

Die Begegnung mit Jesus verändert. Vielleicht haben sie diese Erfahrung schon machen dürfen: in der Heiligen Messe, beim Lesen der Heiligen Schrift, beim Beten oder in Alltagserfahrungen. Wer sich wirklich von ihm berühren und ansprechen lässt, der geht anders aus dieser Begegnung heraus. Das sind nicht immer die großen Dinge, die sich verändern. Manchmal auch nur ganz kleine. Vielleicht ist es auch manchmal einfach nur Rührung vor dem, was da passiert. Auch so kann sie sich zeigen, die Veränderung in der Begegnung mit Jesus.

Versuchen sie heute einmal aufmerksam zu sein für das, was sich verändert oder was sich zeigt, wenn sie Jesus begegnen: im Gottesdienst, im Gebet, im Mitmenschen. Die Begegnung mit ihm hat jedenfalls Potential, wie die Heilung des Gelähmten am Teich von Betesda zeigt.

(DR)